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Wer zu lange ohne ärztliche Betreuung Schmerzmittel einnimmt, riskiert sehr unangenehme Folgen.

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Schmerz 22. Oktober 2009

Hausmittel statt Arztrezept

Schwerpunkt zu den Schmerzwochen - mit Folder Download

Die Not der Schmerzpatienten führt zur medizinischen Eigeninitiative: Rund ein Drittel greift zur Selbstmedikation, 40 Prozent von ihnen nehmen rezeptfreie Schmerzmittel über fünf Monate ein. Bei österreichweit 1,5 Millionen chronischen Schmerzpatienten sind das immerhin 200.000 Leidende in Eigenregie. Der Präsident der Österreichischen Schmerzgesellschaft (ÖSG), Prof. Dr. Wilfried Ilias, findet dieses Detail der aktuellen IMAS-Umfrage besonders bedenklich.

 

„Es ist nicht nur wichtig, dass Schmerzen behandelt werden, sie müssen vor allem richtig behandelt werden“, so Prof. Dr. Ilias. Deshalb habe es sich die ÖSG zum Ziel gesetzt, auch die Bevölkerung konsequent über die Möglichkeiten der modernen Schmerzmedizin zu informieren.

Rund ein Drittel (32 Prozent) der Befragten, die unter chronischen Schmerzen leiden, greifen, satt zum Arzt zu gehen, zu frei verkäuflichen Schmerzmittel. Das sei besonders bedenklich, so Ilias: „Rund 40 Prozent der Schmerzpatienten geben an, die rezeptfreien Schmerzmittel über einen Zeitraum von einem bis zu fünf Monaten und länger einzunehmen. Das birgt allerdings eine Reihe von Risiken, die oft unterschätzt werden.“

Experimentelle Selbstmedikation

So klagen insgesamt 16 Prozent der Befragten über „Nebenwirkungen“ durch rezeptfreie Medikamente. drei Prozent gaben an, „ziemlich starke“, 13 Prozent „mäßige“ unerwünschte Wirkungen erlebt zu haben. „Natürlich kann man kurzfristige, akute Schmerzen schon einmal selbst behandeln. Wenn aber Schmerzen über einige Tage anhalten oder häufig wiederkehren, sollte man nicht selbst experimentieren“, empfiehlt der ÖSG-Präsident.

Wer zu lange ohne ärztliche Betreuung Schmerzmittel einnimmt, riskiert unangenehme Folgen wie Magen-, Leber- oder Nierenschäden. Ein zunehmend auftretendes Phänomen ist in diesem Zusammenhang auch, dass Menschen, die zu viele Schmerzmittel einnehmen, Kopfschmerzen bekommen. Experten gehen davon aus, dass etwa ein Prozent der erwachsenen Bevölkerung darunter leidet. In solchen Fällen ist eine Entzugsbehandlung erforderlich.

Wechselwirkungen durch Laien-Mix

Aber auch Medikamenten-Kombinationen haben wegen der möglichen Wechselwirkungen ihre Tücken, warnt Prof. Dr. Ilias. Beispiele für riskante Wechselwirkungen: Die gleichzeitige Einnahme von Acetylsalicylsäure und ACE-Hemmern kann die blutdrucksenkende Wirkung der ACE-Hemmer verringern.

Die schmerzlindernde Wirkung von Paracetamol wiederum wird durch die gleichzeitige Einnahme bestimmter Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen bei Chemotherapie aufgehoben.

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