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osteoporose 22. Oktober 2009

Grenzenlos gegen Schmerz

Eine internationale Informationsoffensive ist den Beschwerden durch Erkrankungen des Bewegungsapparates gewidmet.

Die moderne Schmerzmedizin vernetzt sich und denkt im „Global Year Against Pain“ in gesamteuropäischen Aktivitäten und weltweiten Zielen. Diese sind im Web jederzeit abrufbar.

„Aus gutem Grund ist das beginnende ‚Global Year against Pain‘ den Schmerzen des Bewegungsapparates gewidmet“, so Dr. Berthold Kepplinger, Ärztlicher Direktor des Landesklinikums Mostviertel und Sekretär der ÖSG (Österreichische Schmerzgesellschaft), denn: „Das Risiko, irgendwann im Laufe des Lebens Beschwerden des Stütz- und Bewegungsapparates zu bekommen, liegt bei 70 bis 80 Prozent.“ Die Österreichische Schmerzgesellschaft unterstützt die Initiative des Weltverbandes IASP (Association for the Study of Pain), der über alle Grenzen hinweg aufklären will. Basis dafür ist die  IASP-Website, die unter anderem Fact Sheets für alle Schmerzbereiche anbietet, von Fibromyalgien über chronischen Muskelschmerz bis zu Osteoporose oder Nackenschmerzen.

Teufelskreis Schmerzen und Depression

Die europäische Informationsoffensive – im Rahmen des Europäischen Dachverbandes der Schmerzgesellschaften EFIC – widmet sich ebenfalls den chronischen Schmerzpatienten. „Wir sollten auch daran erinnern, dass psychische Faktoren entscheidenden Einfluss auf Schmerzerkrankungen haben“, so Kepplinger. „Besonders eng ist die Wechselwirkung zwischen Depression und Schmerz. Depression ist zugleich Auslöser und Verstärker von Schmerzen, und Schmerzen sind umgekehrt eine Ursache von Depression. Chronische Schmerzpatienten haben ein drei Mal höheres Risiko als der Bevölkerungsdurchschnitt, eine psychiatrische Erkrankung zu entwickeln, und Depressionspatienten haben ein drei Mal höheres Risiko für eine chronische Schmerzerkrankung.“ Deshalb müssten seiner Meinung nach chronische Schmerzpatienten systematisch auch auf Symptome einer bestehenden Depression untersucht werden. „Für die Zusammenhänge zwischen Schmerz und Psyche spricht auch die Wirksamkeit von Antidepressiva und psychotherapeutischen Verfahren in der Schmerzbehandlung“, so Kepplinger. „Aus diesen Gründen gilt heute als unumstritten, dass Schmerzen nicht nur frühzeitig und ausreichend mit Medikamenten, sondern auch mit psychologischen und verhaltensmedizinischen Strategien behandelt werden müssen.“

Kasten:
EFIC – Pain in Europe
Chronische Schmerzen haben dramatische Auswirkungen auf die Lebensqualität, zeigt die aktuelle EFIC-Untersuchung „Pain in Europe“:
• 27 Prozent der Betroffenen haben ein eingeschränktes Sozialleben.
• 30 Prozent büßen an Unabhängigkeit ein.
• 19 Prozent habe kein Sexualleben mehr.
• 50 Prozent klagen über Müdigkeit und Erschöpfung.
• 43 Prozent leiden unter ihrer Hilflosigkeit.
• 44 Prozent haben Konzentrationsstörungen.

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