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Rheumatologie 9. April 2008

Komorbiditäten bei Rheuma

In dieser Ausgabe setzen wir das im letzten Heft begonnene Grundthema Komorbiditäten fort, da es sehr wichtig erscheint, das bunte Bild rheumatischer Erkrankungen den praktisch tätigen Kollegen näherzubringen.
Eine rheumatische Erkrankung besteht nicht nur aus Schmerzen im Bereich der Hand- und Fingergelenke oder im Ellbogen- und Kniebereich – wenn eben der Orthopäde nicht mehr weiter weiß –, sondern aus einer Vielzahl von Erscheinungsformen. So ist nicht allgemein bekannt, dass Diabetes mellitus und das metabolische Syndrom sehr häufig Risikofaktoren für rheumatische Erkrankungen darstellen. Durch die explosionsartige Verbreitung diabetischer Krankheitsbilder und die Häufigkeit rheumatischer Beschwerdekomplexe treffen hier zwei Volkskrankheiten aufeinander, deren gemeinsame Manifestationen sich potenzieren. Wir haben daher dieses Krankheitsbild für die Literatur-Fortbildung ausgewählt. Bei beiden Krankheitsbildern steht die Früherkennung im Vordergrund. Besonders beim Diabetes mit Begleitmanifestation im Bereich der Gelenke, vor allem der tragenden Gelenke, der Sprunggelenke und Vorfüße, kann es gemeinsam mit einer Polyneuropathie zu äußerst schweren Krankheitsbildern kommen.
Auch die kortikoidinduzierte Osteoporose war früher eine häufige Begleiterkrankung rheumatischer Erkrankungen. Infolge des heute gezielt niedrig dosierten Einsatzes hat diese Therapie zwar deutlich von ihrem Schrecken verloren. Trotzdem sollte man frühzeitig an eine Begleittherapie der Osteoporose denken, wenn eine Glukokortikoidtherapie für gewisse schwere rheumatische Krankheitsbilder unumgänglich ist.
Die Polymyalgia rheumatica ist eine Begleiterkrankung, die oft sehr schwierig zu diagnostizieren ist, da es keine diagnostischen Tests gibt, sie nur aus der Differentialdiagnose heraus abgeleitet werden kann und sich sehr häufig ein paraneoplastisches Syndrom dahinter verbirgt. Und schließlich kommen Stürze bei verschiedenen Gelenkserkrankungen wesentlich häufiger vor, als man annehmen würde, und stellen somit ein Risiko des älteren Patienten dar.
Ihr besonderes Augenmerk möchten wir auf den Morbus Behçet lenken; dieses Krankheitsbild war früher sehr selten. Durch die vermehrte Migration aus der Türkei, Kleinasien und aus dem levantinischen Bereich hat es in unseren Breiten jedoch an Bedeutung gewonnen. Die 13. Internationale Konferenz über Morbus Behçet findet diesmal übrigens in Österreich, in Pörtschach am Wörthersee statt. Dies ist ein besonderes Verdienst des wissenschaftlichen Präsidenten der Österreichischen Gesellschaft für Rheumatologie, Professor Dr. Michael Schirmer.

Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre mit der ersten Ausgabe des rheuma plus im Jahr 2008.

Mit kollegialen Grüßen

Ihr A. Dunky

Doz. Dr. Attila Dunky, rheuma plus 1/2008

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