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Rheumatologie 7. April 2008

Überlebensraten seit 1965 nicht gestiegen

Dass Patienten mit rheumatoider Arthritis eine geringere Lebenserwartung haben als die Allgemeinbevölkerung, ist seit geraumer Zeit bekannt und hängt mit vielen Faktoren zusammen, unter anderem mit Begleiterkrankungen, die das Herz, die Nieren und die Leber betreffen. Forscher der US-amerikanischen Mayo Clinic sind der Frage nachgegangen, ob sich die Lebenserwartung der Rheuma-Patienten in den letzten Jahren verändert hat. Die Resultate wurden in der November-Ausgabe von Arthritis & Rheumatism veröffentlicht (2007; 56(11):3583-3587).
In die Untersuchung wurden die Daten von 822 in Minnesota wohnhaften Patienten mit rheumatoider Arthritis eingeschlossen – die Erstdiagnose ihrer Krankheit war in den Jahren 1955 bis 2000 erfolgt, als die Patienten durchschnittlich 57,6 Jahre alt waren. Die Studienautoren verglichen die Überlebensraten von fünf Perioden (1955–1964, 1965–1974, 1975–1984, 1985–1994, 1995–2000).
Das Ergebnis war ernüchternd: Während die Sterblichkeitsrate von Frauen in der Allgemeinbevölkerung von 1,0 pro 100 Personenjahren im Jahr 1965 auf 0,2 im Jahr 2000 sank (bei Männern betrugen die Werte 1,2 und 0,3), blieben die Zahlen mit 2,4 bei Frauen und 2,5 bei Männern mit rheumatoider Arthritis relativ konstant. „Wir fanden keinen Hinweis darauf, dass sich die Lebenserwartung von Patienten mir rheumatoider Arthritis in den letzten fünf Jahrzehnten erhöht hätte“, so die Bilanz der Studienleiterin Dr. Sherine Gabriel, „bei genauer Betrachtung zeigt sich sogar, dass sich die relative Mortalität von RA-Patienten im Vergleich mit der Allgemeinbevölkerung erhöht hat.“
Die Ursachen dafür sind laut Gabriel noch nicht geklärt. Sie weist jedoch darauf hin, dass mindestens die Hälfte der RA-Patienten an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung stirbt und dass die Fortschritte in der Behandlung dieser Erkrankungen, die die Lebenserwartung der Allgemeinbevölkerung erhöht haben, möglicherweise RA-Patienten nicht dieselben Vorteile bringen.

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