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Rheumatologie 22. November 2007

Begleitende Behandlung

Im Gespräch mit rheuma plus erläutert der Schlaganfallspezialist Prim. Dr. Wilfried Lang die Zusammenhänge zwischen vaskulären und neurologischen Problemen bei Rheuma-Patienten.

In welchem Zusammenhang stehen rheumatische Erkrankungen und Schlaganfall?
Die meisten rheumatischen Erkrankungen manifestieren sich nicht durch akuten Schlaganfall, sondern durch andere neurologische Symptome wie Verwirrtheitszustände, epileptische Anfälle, periphere Neuropathien, Kopfschmerzen – wenn ich an die Arteriitis temporalis im Rahmen der Vaskulitis denke. An meinem Krankenhaus werden rund 400 Schlaganfallpatienten pro Jahr behandelt, aber in den letzten fünf Jahren war kein Patient mit einer rheumatologischen Krankheit dabei, außer mit Arteriitis temporalis.

Was ist bei der Arteriitis temporalis zu beachten?
Bei dieser Erkrankung sind die größeren Gefäße von der Vaskulits betroffen. Die Patienten kommen meist aufgrund von Kopfschmerzen zum Neurologen, die sind in diesem Fall typischerweise bitemporal. Außerdem nehmen die Schmerzen beim Kauen zu, da es im Rahmen der Vaskulitis zu einer Stenosierung der Gefäße kommt, von der besonders die Gefäße der Carotis externa betroffen sind, die die Kaumuskulatur versorgen. Ist die Durchblutung der Kaumuskulatur beeinträchtigt, kann das Schmerzen verursachen. Betroffen sind vor allem ältere Menschen, und man kann die Gefäße, die aufgrund der Vaskulitis verändert sind, an der Schläfe tasten. Sie sind auch druckdolent, und im Ultraschall sieht man den stenosierenden Prozess.

Sind das die einzigen Symptome?
Auch ein anderes Symptom führt diese Patienten zum Arzt: Sehstörungen. Solche Störungen können entweder dadurch entstehen, dass die Arteria retinalis von der Vaskulitis betroffen ist und der Sehnerv schlechter durchblutet wird. Sehr selten sehen wir andere Vaskulitiden wie die Takayasu-Krankheit, das ist eine Arteriitis, die die großen Gefäße betrifft, sie kommt aber hauptsächlich in Asien vor. Das Churg-Strauss-Syndrom betrifft eher mittlere Gefäße, etwa jene der Lunge.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit Rheumatologen?
Sehr gut. Wir brauchen, was den Grundprozess der immunologischen Erkrankung angeht, die Mithilfe der Kollegen. Wir sind selten primär involviert, meistens behandeln wir begleitend.

Elisabeth Tschachler-Roth, rheuma plus 4/2007

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