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Rheumatologie 22. November 2007

Gelenkbewusstsein schaffen

Ist Remission eine Utopie? Diese Frage soll auf dem diesjährigen Wiener Rheumatag beantwortet werden. Wenige Tage vorher treffen sich die Rheumatologen zu ihrer Jahrestagung.

Schon zum siebenten Mal findet heuer der Rheumatag im Wiener Rathaus statt. Diesmal allerdings nicht in unmittelbarer zeitlicher Nähe zum Welt-Rheumatag Anfang Oktober, sondern am 28. November. Organisator ist wie gewohnt Doz. Dr. Attila Dunky, der Anfang dieses Jahres in Pension ging, aber deshalb um nichts weniger rege bemüht ist, den Patienten, aber auch den Ärzten Kenntnisse über rheumatische Erkrankungen zu vermitteln.
16 Jahre lang leitete Rheuma-Spezialist Dunky (Habilitationsthema: Psoriasis-Arthritis) die 5. Medizinische Abteilung des Wiener Wilhelminenspitals. „Ich habe 1990 eine Abteilung mit Langzeittherapieformen übernommen, wie es der Zeit entsprach“, erinnert er sich im Gespräch mit der Ärzte Woche. Doch schon bald war die 5. Med. eine Akutabteilung mit den Schwerpunkten rheumatische Erkrankungen und Diabetologie, die, geht es nach Dunkys Wunsch, „auch weiterhin in dieser Breite erhalten bleiben soll“. Damit stand Dunky der damals größten Internen Abteilung Wiens mit 108 Betten vor. Fünf Ausbildungsplätze für Innere Medizin und drei für die neu eingeführten Additivfächer Rheumatologie und Diabetologie standen zur Verfügung. „Im ersten Moment mag man meinen, diese beiden Krankheiten sind diametral entgegengesetzt“, so Dunky, „aber sie haben sehr viele Ähnlichkeiten miteinander, vor allem, was die Chronizität betrifft, aber auch, weil die Mitarbeit des Patienten für die Therapie sehr wichtig ist.“
Der im siebenbürgischen Klausenberg geborene Dunky hatte 1969 in Wien promoviert und nach Gastarztstellen im AKH und in Salzburg in Lainz beim im Vorjahr verstorbenen Prof. Dr. Rudolf Eberl angeheuert. 1977 ging er in die USA, wo er klinische Pharmakologie mit Blickrichtung auf neue Therapien betrieb. Wieder zurück in Wien, bekam Dunky in Lainz die Leitung einer sogenannten Überwachungsstation übertragen, wo in Zusammenarbeit mit einem amerikanischen Unternehmen Medikamente der klinischen Forschung zugeführt wurden. „Die Ergebnisse waren jenen in den USA gleichgestellt“, erzählt Dunky, „denn sie wurden von der FDA approbiert.“
1994 wurde auf Dunkys Initiative nach dem Vorbild der European League Against Rheumatism EULAR die Rheumaliga gegründet, eine der größten Selbsthilfeorganisationen, dabei „war es mir von Anfang an wichtig, dass die lokale Leitung Laien, also Betroffene innehaben“. Dunkys Empfehlung an die jungen Kollegen: „Mitzuwirken, dass die Menschen mehr von Diabetes und Rheuma wissen, ein Gelenkbewusstsein, eine Gelenk- und Ernährungshygiene zu schaffen.“

Elisabeth Tschachler-Roth, Ärzte Woche 47/2007

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