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Die Kraft des Wassers

Eigentlich sollte man eine Einleitung nicht mit „Schon die alten Römer ...“ beginnen. Wenn wir uns jedoch die Geschichte der Balneotherapie ansehen, so ist der Satz besonders zutreffend. In unserer schnelllebigen Zeit hat man das Gefühl für die Anwendung ortsgebundener natürlicher Heilvorkommen schon fast verloren. Bei jedem Leiden sollte ein Erfolg möglichst ohne wesentliche Aufwendungen erzielt werden, und vor allem schnell und nachhaltig. Man will mit gewissen Krankheitsbildern einfach nicht konfrontiert werden, man möchte sie beseitigen. So ist im medizinischen Alltag das Bewusstsein für Heilwässer, Heilgase, Peloide verloren gegangen. Auch sind sie nicht so einfach zu dokumentieren und Generika gibt’s schon gar nicht.
Sehr häufig ist der niedergelassene praktische Arzt jedoch mit der Patientenfrage konfrontiert: „Könnte ich in der heutigen Zeit von Wellness und der Hinwendung zu natürlichen Heilmitteln für meine rheumatischen Beschwerden nicht auch selbst etwas tun?“ Und da zeigt sich in der Praxis, dass viele Kollegen in der Indikationsfindung überfordert sind. Daher ist diese Ausgabe von rheuma plus den balneotherapeutischen Möglichkeiten gewidmet. Von führenden Fachleuten werden die einzelnen Therapiemöglichkeiten präsentiert und diskutiert. Es zeigt sich, dass man sehr wohl den therapeutischen Effekt von Schwefel, Solebädern und Peloiden messen kann. Für die Literaturfortbildung haben wir bewusst eine therapeutische
Option gewählt, um Ihnen die Vertiefung in die Materie zu ermöglichen.
Eine andere sehr interessante und wichtige Frage ist der Einfluss des Wetters auf rheumatische Erkrankungen. Führende Rheumatologen verwendeten früher oft den Satz „Wenn es das Wetter nicht gäbe, hätte ich für das Momentanbefinden meiner Patienten keine Ausreden …“ Inzwischen wissen wir, dass Wetterschwankungen dokumentierbar Einfluss auf das akute Beschwerdebild des Rheumapatienten haben. Auch dafür konnten wir einen Fachmann gewinnen, der über den medizinischen Niederungen steht.
Schließlich möchte ich darauf hinweisen, dass gerade die komplexe Therapie rheumatischer Erkrankungen ein Teamspiel ist, das die Motivation des Patienten verlangt und von Seiten des Motivierenden eine tiefe Kenntnis der verschiedenen rheumatischen Erscheinungsformen.

Ich hoffe, dass wir Ihnen auch diesmal eine interessante Lektüre bieten können!

Mit kollegialen Grüßen
Ihr A. Dunky

Doz. Dr. Attila Dunky, rheuma plus 1/2007

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