zur Navigation zum Inhalt
 
Rheumatologie 11. Dezember 2006

Liebe Leserinnen und Leser!

Therapien bei rheumatischen Erkrankungen sind so vielfältig wie die rheumatischen Krankheitsbilder selbst. Jeder schwört auf seine spezielle Rezeptur und die Rheumakranken auf ihre persönlichen empirischen Erfahrungen, die dann mehr oder minder fachkundig angewendet werden. Unterstützt wird dies durch eine Begleitindustrie, die immer Heilung und Erfolg verspricht. Leidet man an einer chronischen Krankheit, ist es durchaus verständlich, dass man als Betroffener aktiv nach Möglichkeiten sucht, um seine Beschwerden zu lindern.
Was kann nun der Betroffene selbst am einfachsten tun? Sich einer Diät unterziehen, seine Ernährungsgewohnheiten ändern? Daher taucht immer wieder die Frage auf: Können Ernährungsänderungen zur Besserung rheumatischer Beschwerden führen? Ein kategorisches „Nein“ ist zwar sehr leicht ausgesprochen, um sich des Themas zu entledigen, da diese Frage aber immer wieder kommt, ist es doch sinnvoll, gewisse diätetische Maßnahmen auf ihre Wirkung näher zu untersuchen.
In diesem Heft haben wir uns besonders den „Randtherapeutika“ gewidmet. Eine interessante Studie über die Omega-3-Fettsäuren, Folsäuresubstituierung oder pflanzliche Schmerzmittel bei Arthrose sind nur einige Beispiele dafür. Auch Sport sollte eine wesentliche Rolle bei rheumatischen Erkrankungen spielen. Gelingt es uns heutzutage, durch die neuen Biologica die Lebensqualität der Patienten zu bessern, so müssen wir ihnen als zweite Option auch eine Optimierung ihrer körperlichen Aktivitäten näher bringen.
Die Balneotherapie hat im mitteleuropäischen Raum eine lange Tradition. Und es werden bei gezielter Anwendung hervorragende therapeutische Ergebnisse erzielt. In diesem Zusammenhang möchten wir auf ein Forschungsergebnis hinweisen, das die Steigerung des entzündungshemmenden Zytokins TGF-β bei der Heilstollenbehandlung wissenschaftlich untersucht. Es sieht so aus, als könnte die moderne Zytokinforschung dazu beitragen, empirisch-medizinische Mysterien zu lüften. Zuletzt sei auch auf die Kältetherapie hingewiesen, die nach neuen Erkenntnissen ebenfalls durch Beeinflussung immunaktiver Zellen immunmodulierende Eigenschaften aufweist. Nebenbei sei erwähnt, dass diese Therapieform in Europa, erstmals in Wien 1978, anlässlich der deutsch-österreichischen Rheumatologentagung vorgestellt wurde.
Wir hoffen, Ihnen auch in diesem Heft interessante Streiflichter aus den rheumatologischen Therapieoptionen bieten zu können.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben