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Standards für die optimale Rheumabehandlung

Sowohl in der Grundlagenforschung als auch bei klinischen Studien kommen viele Ergebnisse im Bereich rheumatischer Erkrankungen aus Österreich.

„Internationale Therapiestandards sind ein enorm wichtiger Faktor in der Versorgung von Rheuma-Kranken“, sagte Prof. Dr. Josef Smolen anlässlich einer Pressekonferenz, bei der die Highlights des Kongresses der europäischen Rheumaliga EULAR vorgestellt wurden, der Ende Juni in Amsterdam stattgefunden hatte. Der Vorstand der Klinischen Abteilung für Rheumatologie im Wiener AKH und des Rheumazentrums am Krankenhaus Hietzing erinnerte daran, dass die Versorgung der Rheuma-Patienten nicht immer und überall optimal ist: „Mit Richtlinien wollen wir erreichen, dass europaweit einheitlich auf Basis des aktuellen Standes des medizinischen Wissens vorgegangen wird.“

Wärmeanwendungen bei Arthrosen in der Hand
Wurden beim Kongress im Vorjahr Richtlinien zu rheumatoider Arthritis, Morbus Bechterew und Gicht verabschiedet, standen heuer unter anderem aktuelle Empfehlungen zur Therapie von Handarthrosen und Fibromyalgie auf der EULAR-Agenda. So herrscht unter den Experten Einigkeit darüber, dass Wärmeanwendungen Arthose-Symptome an der Hand lindern können. Bei der pharmakologischen Therapie geben die Leitlinien der Lokaltherapie den Vorzug vor systemischen Maßnahmen. Als lokal anzuwendende Substanzen kommen vor allem nichtsteroidale Antirheumatika in Frage, deren Nutzen sich in verschiedenen Studien gezeigt hat. Das gelte laut Smolen auch für die lokale Therapie mit Präparaten aus Capsaicin, einem pflanzlichen Inhaltsstoff des scharfen Paprika.

Multidisziplinärer Ansatz bei Fibromyalgie-Patienten
Patienten mit einer durch Muskelschmerzen gekennzeichneten Fibromyalgie benötigen eine individuell abgestimmte Therapie, wird in der neuen EULAR-Leitlinie zu diesem Krankheitsbild betont, die in Amsterdam erstmals vorgestellt wurde. Wichtig sei ein multidisziplinärer Ansatz, bei dem pharmakologische, psychologische und physiotherapeutische Behandlungen kombiniert werden, fasste Prim. Dr. Ernst Wagner, Leiter der Rheumasonderkrankenanstalt der Niederösterreichischen Gebietskrankenkasse in Baden, die neue Empfehlung zusammen: „Bei den nichtpharmakologischen Maßnahmen schneidet die physikalische Therapie im warmen Wasser am besten ab. Etwas weniger Belege existieren für Behandlungen mit Aerobic und Kraftübungen.“ Skeptisch äußerten sich die Experten hingegen zur Wirksamkeit einer kognitiven Verhaltenstherapie. Für besser belegt hält die Leitliniengruppe die Effekte eines Entspannungstrainings. Aus Österreich kamen neben verschiedenen Erkenntnissen aus dem Bereich der Grundlagenforschung etwa neue Daten zur Gesundheitsevaluierung bei Fingergelenksarthrose und Vorschläge für eine bessere und raschere Diagnose des Sjögren-Syndroms, einer der häufigsten rheumatischen Erkrankungen. Präsentiert wurden in Amsterdam aber auch Untersuchungs­ergebnisse zu den Substanzen Rituximab und Abatacept, deren Wirksamkeit bei Patienten mit rheumatoider Arthritis in Studien gezeigt werden konnte.

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