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Rheumatologie 28. Juni 2006

Erfolg mit Stammzellen bei systemischem Lupus

Eine Transplantation mit autologen Stammzellen kann offenbar den meisten schwer kranken Lupus-Patienten wirksam helfen. Auch eine bereits vorhandene Lupus-Nephritis bildet sich durch die Therapie zurück. Bei den meisten Patienten mit systemischem Lupus erythematodes können Immunsuppressiva die Symptome gut lindern. Ein Teil der Patienten entwickelt aber eine schwere Form der Autoimmunkrankheit. Diese Patienten sprechen auf Arzneien kaum an und haben eine schlechte Prognose. In einer Studie haben nun US-Ärzte eine autologe Stammzelltherapie bei 50 Patienten mit schwerem sytemischem Lupus geprüft. Die Hälfte der Patienten hatte bereits eine Lupus-Nephritis, ebenfalls bei der Hälfte war die Lungenfunktion gestört, und bei zwei Dritteln war auch das ZNS betroffen – sie hatten epileptische Anfälle, Psychosen oder eine aseptische Meningitis.1 Die Ärzte entnahmen diesen Patienten zunächst hämatopoetische Stammzellen und töteten dann im Körper der Patienten die teilungsfähigen Lymphozyten mit steigenden Dosierungen von Cyclophosphamid ab – darunter auch die autoreaktiven Lymphozyten, die die Autoimmunreaktionen verursachen. Gedächtnis-T-Zellen wurden mit Antithymozyten-Globulin eliminiert. Anschließend erhielten die Patienten ihre Stammzellen zurück, um damit ein Immunsystem ohne autoreaktive Lymphozyten aufzubauen.
Das Ergebnis: Nach im Schnitt 29 Monaten Beobachtungszeit kamen 38 der 50 Patienten ohne Immunsuppressiva aus –ein Patient bereits seit siebeneinhalb Jahren. Die Lupus-Nephritis bildete sich bei 18 von 25 Patienten zurück. Von den zwölf Patienten ohne Therapieerfolg waren acht vor oder kurz nach der Transplantation an der Krankheit oder anderen Gründen gestorben. Die Forscher errechneten aus den Daten eine Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent, nach der Therapie fünf Jahre ohne Immunsuppressiva zu leben.

1 Burt R et al: Nonmyeloablative Hematopoietic Stem Cell Transplantation for Systemic Lupus Erythematosus. JAMA 2006; 295: 527–535

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