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Rheumatologie 5. Oktober 2015

Wirkung abgeschwächt

Register bestätigt: Rauchen und Biologikum passen nicht zusammen.

Patienten mit ankylosierender Spondylitis (AS) sprechen deutlich schlechter auf TNF-alpha-Hemmstoffe an, wenn sie rauchen. Anhand eines großen dänischen Registers wurde dieser Zusammenhang bestätigt.

Das DANBIO-Register ist ein landesweites Biologika-Register in Dänemark, das bei vielen Patienten auch Informationen zum Raucherstatus enthält.

Für eine beim europäischen Rheumatologenkongress EULAR vorgestellte Auswertung wurden 1.576 AS-Patienten mit bekanntem Raucherstatus ausgewählt, die erstmals mit einem Biologikum (Adalimumab, Infliximab oder Etanercept) therapiert worden waren. 43 Prozent dieser Patienten waren aktive Raucher, 41 Prozent hatten nie geraucht, und 16 Prozent waren Ex-Raucher.

Über im Median zwei Jahre wurde die Krankheitsaktivität anhand des Standardparameters BASDAI (Bath Ankylosing Spondylitis Disease Activity Index) gemessen. Dabei zeigte sich eine klare Korrelation zwischen Raucherstatus und Ansprechraten.

Bei 58 Prozent der Nichtraucher hatte sich nach sechs Monaten der BASDAI um mindestens die Hälfte oder aber um mindestens 20 mm auf der Analogskala verbessert. Bei den Rauchern war das nur bei 42 Prozent der Fall und bei den Ex-Raucher nur bei 43 Prozent (jeweils p<0,0001).

Wurden beide Geschlechter getrennt ausgewertet, wurde das statistische Signifikanzniveau sowohl bei Männern als auch bei Frauen erreicht. Bei Frauen war der Unterschied ausgeprägter: Nur 31 Prozent der Raucherinnen mit AS erreichten unter Anti-TNF-alpha-Therapie eine BASDAI-Verbesserung um 50 Prozent bzw. 20 mm. In der nach Substanzen getrennten Auswertung zeigten sich dagegen keine größeren Unterschiede. Über die Ursache für das schlechtere Ansprechen kann im Rahmen einer derartigen Analyse nur spekuliert werden.

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