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Innere Medizin 2. September 2013

Erhöhtes Risiko

Vorsicht bei entzündlichem Rheuma.

Auch wenn die rheumatoide Arthritis (RA) heutzutage weitaus besser behandelt werden kann als noch vor einigen Jahren, so sterben RA-Patienten im Durchschnitt fünf bis zehn Jahre früher als Nicht-Betroffene. Ein Grund für die geringere Lebenserwartung sind Begleiterkrankungen von Herz und Gefäßen, an denen Menschen mit entzündlichem Rheuma doppelt so häufig leiden wie gesunde Menschen.

Im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung wird bei RA-Patienten ein Herzinfarkt zweimal so häufig nicht erkannt. Außerdem erleiden sie doppelt so oft einen plötzlichen Herztod. „Am besten beugen RA-Patienten Gefäß-Komplikationen vor, indem die Krankheitsaktivität therapeutisch unterdrückt wird“, betont Prof. Dr. med. Hanns-Martin Lorenz, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) vom Universitätsklinikum Heidelberg. Darüber hinaus sei es wichtig, dass sie alle anderen Risikofaktoren für eine Herzerkrankung oder eine Arteriosklerose vermeiden. Dazu gehört insbesondere das Rauchen, das nicht nur die Arthritis verschlimmert und schwieriger einstellen lässt, sondern auch das Risiko für einen Herzinfarkt bei Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen mehr als verdoppelt.

Gewicht kontrollieren und Sport betreiben

Außerdem sollten Betroffene ein normales Körpergewicht anstreben. Denn das sogenannte metabolische Syndrom - Übergewicht in Verbindung mit Bluthochdruck, hohen Blutfettwerten und Insulinresistenz - ist bei RA-Patienten weit verbreitet. „Hinzu kommt, dass viele keinen oder zu wenig Sport treiben“, stellt Lorenz fest. All dies wiederum erhöht die Gefahr, einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt zu erleiden. Der Rheumatologe empfiehlt die vorbeugende Behandlung sämtlicher Risikofaktoren: Blutdruck- und Blutzuckerkontrolle, Cholesterinsenkung, Bekämpfung von Adipositas sowie eine Raucherentwöhnung. Patienten, die ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben, sollten nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) und Glukokortikoide möglichst wenig einsetzen. Sie wirken bei RA-Patienten zwar entzündungshemmend und schmerzlindernd, stehen aber auch unter Verdacht, das kardiovaskuläre Risiko zu erhöhen. Neue Therapieansätze können sowohl anti-entzündlich wirken als auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken.

Quelle: Presseaussendung der DGRh anlässlich des 41. Kongresses der DGRh, 18. bis 21. 9. 2013 Mannheim.

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