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Foto: privat
PD Dr. Jochen Zwerina, Medizinische Abteilung und Ludwig Boltzmann-Institut für Osteologie, Hanusch Krankenhaus Wien
 
Rheumatologie 27. September 2012

Nachbeobachtungen erwünscht

Fachdiskussion zum Artikel B. Rintelen: RA-Therapie: Was bringt der Einsatz von Biologika wirklich?

Die Erstlinientherapie der rheumatoiden Arthritis (RA) ist Methotrexat (MTX) [1]. Welche Therapie bei ungenügendem Ansprechen auf MTX erfolgen sollte, ist weniger klar.

 

Zwei rezente Studien zur Therapie der RA sind in diesem Zusammenhang interessant:

Die verblindete, placebo- kontrollierte TEAR Studie [2] bei seropositiver und/oder erosiver RA konnte zeigen, dass eine initial aggressive Kombinationstherapie mit (MTX + Etanercept, ETA) oder ohne Biologikum (MTX + Sulfasalazin, SSZ + Hydroxychloroquin, HCQ) im Vergleich zur MTX-Monotherapie und Eskalation mit einem der beiden Schemata erst bei Nicht-Erreichen einer niedrigen Kranheitsaktivität klinisch keinen Vorteil birgt. Es zeigte sich außerdem klinisch kein Unterschied zwischen MTX+ETA und MTX+SSZ+HCQ. Es ergab sich ein kleiner Vorteil für MTX+ETA hinsichtlich der radiologischen Progression.

Die SWEFOT Studie zeigte in einem unverblindeten Studiendesign ähnliche Resultate: untersucht wurden MTX Versager, die entweder auf MTX+SSZ+HCQ oder MTX + Infliximab (IFX) eskaliert wurden [3]. Der primäre Endpunkt Krankheitsaktivität zwischen beiden Gruppen nach 12 Monaten zeigte einen Vorteil zugunsten der MTX+IFX Gruppe, der nach 2 Jahren nicht mehr bestand. Die radiologische Progression war auch in dieser Studie etwas geringer in der Gruppe mit Biologikum, wobei der Unterschied vor allem im ersten Jahr auftrat.

In beiden Studien hatten etwa 30 Prozent der Patienten ein gutes Ansprechen auf die MTX Monotherapie. Diese Patienten sind durch eine sofortige Kombinationstherapie übertherapiert. Insbesondere die TEAR-Studie zeigt, dass bei früher RA und MTX Versagen trotz Vorliegen von schlechten prognostischen Markern mit MTX+SSZ+HCQ ein ähnliches Ansprechen wie mit MTX+ETA erreicht wird. Ob die etwas höhere radiologische Progression in der konventionellen DMARD-Gruppe langfristig Folgen hat, werden hoffentlich Nachbeobachtungen dieser interessanten Studien zeigen.

Lesen Sie zum Thema auch L. Erlacher: Klinisch relevante Studien

Literatur

1. Smolen JS, Landewé R, Breedveld FC, et al. EULAR recommendations for the management of rheumatoid arthritis with synthetic and biological disease-modifying antirheumatic drugs. Ann Rheum Dis. 2010 Jun;69(6):964-75. Epub 2010 May 5. Review. Erratum in: Ann Rheum Dis. 2011 Aug;70(8):1519.

2. Moreland LW, O‘Dell JR, Paulus HE, et al. A randomized comparative effectiveness study of oral triple therapy versus etanercept plus methotrexate in early aggressive rheumatoid arthritis: The treatment of early aggressive rheumatoid arthritis trial. Arthritis Rheum. 2012 Sep;64(9):2824-35. doi: 10.1002/art.34498.

3. van Vollenhoven RF, Geborek P, Forslind K, et al. Conventional combination treatment versus biological treatment in methotrexate-refractory early rheumatoid arthritis: 2 year follow-up of the randomised, non-blinded, parallel-group Swefot trial. Lancet. 2012 May 5;379(9827):1712-20. Epub 2012 Mar 29.

PD Dr. Jochen Zwerina1 und Dr. Valerie Nell-Duxneuner1 , rheuma plus 3/2012

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