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Foto: www.mediendienst.com / Wilke
Universitätsdozent Dr. Attila Dunky
 
Rheumatologie 14. März 2011

Liebe Leserinnen und Leser!

Osteoporose war schon immer ein Thema im niedergelassenen Bereich und in der Rheumatologie. Sie hatte jedoch immer den „Beigeschmack“ des Chronischen mit wenig Möglichkeiten der zielgerichteten Therapie. Die Behandlung umfasste oft ein weites Spektrum – bis uns schließlich, neben der physikalischen Therapie und der Bewegungstherapie, die natürlich eine entsprechende Motivation der Betroffenen verlangt, mit den Bisphosphonaten eine Annäherung an die Alltagsbedürfnisse der Patienten gelang. Den entscheidenden Durchbruch in der Osteoporosetherapie schafften die Bisphosphonate in der parenteralen Verabreichung in dreimonatigen Abständen oder „Einjahres“-Infusionen. Gleichzeitig zeigte die Vitamin D-Supplementierung, dass sie nicht nur eine ergänzende Therapie für die Osteoporose darstellt, sondern auch zahlreiche andere Funktionen im vitalen Kreislauf des Organismus erfüllt. Deshalb haben wir dem Knochenstoffwechsel und Vitamin D einen eigenen Beitrag gewidmet. Auch die SERMs und Strontiumranelat sind deutliche Bereicherungen in unserem Repertoire. Wirklich interessant und „sexy“ wurde für uns die Therapie aber mit dem monoklonalen IgG-2 Antikörper Denosumab, dessen Wirkmechanismus am endogenen RANK/RANKL-Osteoprotegerinsystem ansetzt und der somit die Steuerung des Knochenstoffwechsels nicht nur im katabolen, sondern auch im anabolen Bereich beeinflussen kann. Daneben möchten wir nicht versäumen, Ihnen die wissenschaftlichen Aktivitäten der rheumatologisch forschenden Kliniken zu präsentieren. Im vorliegenden Heft finden Sie eine Auswahl von Abstract-Beiträgen zu Arbeiten, die im Rahmen der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Rheumatologie ausgezeichnet wurden. Sie werden dabei erkennen, dass die Rheumatologie eine „berauschende Dynamik“ entwickelt und mit unseren jungen Wissenschaftlern eine vielversprechende Zukunft vor sich hat. Damit auch die Rheumatologie in der Praxis nicht zu kurz kommt, lesen Sie ein spannendes Fallbeispiel zum chronischen Rückenschmerz. Gerade in der Rheumatologie ist es wichtig, den Blick auch für komplementäre Therapieoptionen offen zu halten. Dem wollten wir mit dem Beitrag zur anthroposophischen Medizin bei rheumatischen Beschwerden entsprechen. Um den Kreis zu schließen, möchten wir Ihre Aufmerksamkeit noch auf den Beitrag zu den Trainingsempfehlungen bei der rheumatoiden Arthritis lenken. Wir haben Gott sei Dank die antiquierte Ansicht, dass Rheumapatienten unter eine „Käseglocke“ gestellt werden müssen, damit ihre Gelenke nicht geschädigt werden, längst verlassen. Aktive Übungen sind das Um und Auf einer modernen Rheumatherapie! Ich wünsche Ihnen zum ersten Heft im Neuen Jahr viele interessante Anregungen! Mit kollegialen Grüßen, A. Dunky

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