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Abb. 1: Erwartungswert, wie viele Tumore laut Durchschnitt in der deutschen Gesamtbevölkerung (standardisiert nach Alter und Geschlecht) im RABBIT-Kollektiv hätten auftreten müssen und tatsächlich in RABBIT beobachtete Tumorinzidenzen bei Patienten unter

Abb. 2: Erwartungswert, wie viele Tumore laut Durchschnitt in der deutschen Gesamtbevölkerung (standardisiert nach Alter und Geschlecht) im RABBIT-Kollektiv hätten auftreten müssen und tatsächlich in RABBIT beobachtete Tumorinzidenzen bei Patienten unter DMARDs-Therapie. Nach Strangfeld verändert.

 
Innere Medizin 16. Oktober 2009

Kein erhöhtes Tumorrisiko unter Biologika

Das deutsche Biologikaregister RABBIT liefert Daten für die Beantwortung wichtiger Fragen zum Nebenwirkungsspektrum der Therapie.

Anhand einer Fallkontrollstudie im Rahmen von RABBIT wurde die Frage beleuchtet, ob es für Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) unter der Therapie mit Biologika ein erhöhtes Risiko für das Erstauftreten eines Tumors gibt.

Für jeden der 74 Patienten im RABBIT-Kollektiv, der im Beobachtungszeitraum neu an einem Tumor erkrankte, wurde ein entsprechender Kontrollpatient ohne Tumor ausgewählt. Bedingung war, dass Fall und Kontrolle vergleichbar waren bezüglich Geschlecht, Alter, Raucherstatus, BMI, DAS28 am Tag Null der Studie, Beobachtungszeit und ausgewählter Begleiterkrankungen (chronische Lungen-, Leber-, Nieren- oder Magen-Darm-Erkrankungen, Psoriasis), um zu berücksichtigen, dass einige der Tumorerkrankungen mit spezifischen Komorbiditäten assoziiert waren. Danach wurde analysiert, wie viele Patienten in Fall- oder Kontrollgruppe Biologika erhalten hatten. Als „Biologika-exponiert“ galten alle Patienten, die jemals vorher mit einem TNF-Blocker oder Anakinra behandelt wurden. Zu rund 14 Prozent lag diese Behandlung in beiden Gruppen vor Einschluss in RABBIT.

Ergebnisse

Insgesamt wurde bei 74 von 4.997 RABBIT-Patienten eine neu auftretende Tumorerkrankung diagnostiziert. Das entspricht einer Inzidenzrate von 5,8 pro 1.000 Patientenjahren. Die Patienten waren im Mittel sieben Jahre älter als der Durchschnitt des RABBIT-Kollektivs und zu 70 Prozent weiblich. Alters- und geschlechtsstandardisiert entsprach des Spektrum der Krebsfälle in etwa dem Spektrum in der deutschen Bevölkerung (siehe Abb. 1 und 2). Auch in dieser Studie wurden Non-Hodgkin-Lymphome bei Patienten mit Biologika häufiger beobachtet. Die standardisierte Inzidenzrate betrug 2,8 pro 1.000 Patientenjahre (p>0,05). Nach bisherigem Erkenntnisstand liegt der Grund dafür zumindest hauptsächlich in der erhöhten Krankheitsaktivität (CRP-Level!) dieser Patienten. Die erhöhte Lungenkrebsrate unter Biologikatherapie erklärt sich daraus, dass Rauchen und bestimmte interstitielle Lungenerkrankungen gemeinsame Risiken für RA-wie für Tumorpatienten sind.

In der Summe aller Tumoren wurde für die mit Biologika behandelten Patienten eine erniedrigte standardisierte Inzidenzrate von 0,68 (44/64,3) beobachtet, unter DMARDs von 0,97 (30/30,8). Die Ergebnisse der Fallkontrollstudie zeigten außerdem, dass Fall und Kontrolle sehr gut miteinander vergleichbar waren, auch bezüglich der Biologika-Exposition.

Fazit

Eine Biologika-Therapie erhöht nicht die Inzidenz solider maligner Tumoren im Vergleich zur konventionellen Basistherapie. Dieses Ergebnis fand sich auch für das Wiederauftreten einer vorangegangenen Tumorerkrankung, hier waren die Fallzahlen allerdings noch zu gering für valide Schlussfolgerungen.

Quelle: Poster RA2.09 „Kein erhöhtes Risiko maligner Tumore unter Biologika“ A. Strangfeld et al., Berlin, ausgestellt auf dem 36. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie, Berlin

Dipl.-Biol. Heike Thiesemann-Reith, rheuma plus 3/2009

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