zur Navigation zum Inhalt
 
Rheumatologie 1. Februar 2008

RheumaCheck: Entwicklung und Evaluation eines deutschsprachigen Rheuma-Screening Instruments

FRAGESTELLUNG: Die frühe Diagnose entzündlich-rheumatischer Erkrankungen (entz.-rh. E.) ist entscheidend für die Prognose. Zwischen Symptombeginn und rheumatologischer Erstvorstellung liegen in Deutschland ca. 1 bis 5 Jahre. Der Einsatz von Patientenfragebogen für die Früherkennung entz.-rh. E., deren Effizienz in anderen Ländern bereits gezeigt wurde, könnte die Situation verbessern. Ziel unserer Arbeit war daher die Entwicklung eines patienten-bezogenen, deutschsprachigen Messinstrumentes mit hoher Sensitivität und Spezifität sowie hohem prädiktivem Wert für entz.-rh. Erkrankungen. PATIENTEN UND METHODEN: Auf der Basis des FDA-anerkannten Connective Tissue Disease Screening Questionnaire (CSQ) Fragebogens entstand der Rheuma Check-Fragebogen. 1448 Patienten (195 ohne, 437 mit Verdacht auf und 816 mit gesicherter entz.-rh. E.) in rheumatologischen und allgemein-internistischen Kliniken und Praxen beantworteten den entwickelten Rheuma Check-Fragebogen, der auch Begleiterkrankungen und soziodemographische Daten erfasst. Ein Auswertungsalgorithmus wurde entwickelt. ERGEBNISSE: Das mittlere Alter des Gesamtkollektivs betrug 52,5 ± 15,1 Jahre, 73,1% waren Frauen. 53,1% hatten keine Begleiterkrankung. Der RheumaCheck zeigt eine hohe Sensitivität (77,6%) und Spezifität (79,9%), die Fläche unter der ROC-Kurve betrug 0,85 (p < 0,001). FOLGERUNG: Trotz einer zu erwartenden hohen Zahl falsch positiver Ergebnisse bei der breiten Anwendung auf der Bevölkerungsebene können mit dem RheumaCheck, einem einfachen, kostengünstigen Messinstrument, Patienten, die eine fachärztliche rheumatologische Abklärung benötigen, frühzeitiger identifiziert und schneller als bislang zur Diagnose und Therapie geführt werden. Auf www.rheuma-check.de steht er kostenfrei zur Verfügung.

Jutta G. Richter, Ewa Wessel, Ralf Klimt, Reinhardt Willers, Matthias Schneider, Wiener klinische Wochenschrift

Volltext dieses Beitrags / entire article auf SpringerLink

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben