zur Navigation zum Inhalt
 
Innere Medizin 14. Juli 2009

Job-Coach für Rheumakranke

Förderung von chronisch kranken Arbeitnehmern steigert Wohlbefinden und Produktivität

Muskuloskeletale Erkrankungen wie Rheuma sind in Österreich und auch europaweit für die meisten Krankenstandstage verantwortlich. Es ist jedoch erstrebenswert, dass auch chronisch kranke Arbeitnehmer möglichst im Arbeitsprozess bleiben können. Nicht zuletzt, weil Berufstätigkeit sinnstiftend und dem Wohlbefinden förderlich ist. Unterstützung soll nun die webunterstützte Initiative „Rheuma Job Coach“ bieten.

Erst kürzlich wurde der von der Work Foundation initiierte und in 25 europäischen Ländern durchgeführte „Fit for Work“-Report veröffentlicht. Er zeigt auf, dass muskuloskeletale Erkrankungen - darunter fallen 200 Beschwerden wie Arthritis, Rückenschmerzen und Schädigungen von Gelenken, Muskeln und Sehnen - mit Abstand die häufigste Ursache für Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitspensionen in Österreich sind. Über 7,7 Millionen Arbeitstage gehen dadurch verloren - der höchste Wert von allen Krankheitsgruppen. Der Report zeigt aber auch, dass frühe Therapie und das Bemühen, Betroffene möglichst im Arbeitsleben zu halten, die nationale Produktivität steigert und die Kosten für Frühpensionierungen senkt.

Robin McGee, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Work Foundation betont: „Mit frühem Behandlungsbeginn und der richtigen Unterstützung kann Arbeit auch Teil der Rehabilitation sein, weil sie das Selbstbewusstsein fördert.“ Was sich dringend ändern müsse, so McGee, sei die Einstellung vieler Mediziner und Arbeitgeber, dass Betroffene wieder hundertprozentig fit sein müssten, bevor sie an ihren Arbeitsplatz zurückkehren können. Arbeitgeber müssten vielmehr ihr Augenmerk verstärkt auf die vorhandenen Fähigkeiten richten, und nicht auf die gesundheitlichen Einschränkungen.

„Rheuma Job Coach“

Auslöser der Gründung der Web-Beratungs-Initiative „Rheuma Job Coach“ waren die Ergebnisse der Fit-for-Work-Studie. Die Initiative entstand in Kooperation zwischen dem Gesundheitsunternehmen Abbott und der Österreichischen Rheumaliga. Sie bietet Hilfestellungen für berufstätige Betroffene und fokussiert auf die Themen Arbeitsplatzsicherung, Umgang mit der Krankheit am Arbeitsplatz, Hilfe beim Bewerbungsprozess und gibt Empfehlungen für Rheuma-gerechte Berufe. Ein Experten-Board aus Vertretern der Bereiche Medizin, Recht, Ergo- und Physiotherapie und Coaching beantwortet die per Email gestellten Fragen Betroffener. Den Nutzen dieser Initiative fasst Dr. Ludwig Erlacher, Primarius am Kaiser-Franz-Josef-Spital so zusammen: „Der ‚Rheuma Job Coach‘ stärkt das Selbstvertrauen und kann damit einen notwendigen und bedeutenden Beitrag zum Wohlbefinden der durch ihre Krankheit stark belasteten Rheumapatienten leisten.“ Um die Arbeitsfähigkeit bei rheumatoider Arthritis zu erhalten, sind jemedizinische, therapeutische, sziale und arbeitsrechtliche Aspekte bestmöglich in Einklang zu bringen.

 

www.rheuma-job-coach.at

www.fitforworkeurope.eu

 

Quelle: Presseaussendung Public Health PR

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben