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Illustration: DI Niel Mazhar
Diese Mauer lebt: Paneele machen die Wand zu einem lebendigen Gebilde.
 
Praxis 24. November 2009

Multimöbel für Multimedia

Wie sich audiovisuelle Technik in das Mobiliar integrieren lässt.

Wir alle kennen sie – die hypnotisierende Wirkung flackernder Bildschirme. Im Wohnzimmer sind sie zuhause, wo so manche Familie wortlos vor dem Fernseher sitzt, und sogar auf dem U-Bahnsteig sind bereits Leinwände zu finden, die uns täglich mit Berichten bombardieren. Wie Sie die magische Wirkung der multimedialen Informationsflut zu Ihrem Vorteil nutzen können, lesen Sie in dieser Ausgabe des Raumdoktors.

 

Marktschreier übernahmen im vorelektronischen Zeitalter die Aufgabe der Nachrichtenübermittlung. Im Informationszeitalter sind es Internet, Fernsehen und Audiogeräte. Sogar in diesem Moment, werter Leser, in dem ich diese Zeilen niederschreibe, starre ich auf einen Bildschirm. Allerdings muss ich zugeben, dass ich ein allzu leichtes Opfer des multimedialen Informationszeitalters bin. Wenn in der U-Bahnstation ein Zeichentrickfilm durch einen ankommenden Zug unterbrochen wird, möchte ich wie ein trotziges Kind stehen bleiben, um nach Abfahrt des Zuges das Ende der Geschichte sehen zu können. Doch wenn die Wirkung multimedialer Informationsquellen so enorm ist, sollte man sich diese nicht auch in einer Arztpraxis zunutze machen?

Auch dort gibt es Bedarf, Informationen an die Patientin bzw. den Patienten zu bringen. In manchen Ordinationen werden per Flatscreen nicht nur Erstinformationen zur Erleichterung der Orientierung und zur Verkürzung der Wartezeiten angeboten, sondern auch hauseigene Produkte beworben. Anzudenken wäre etwa eine sogenannte „FAQ“-Rubrik (Frequently Asked Questions), die per Bildschirmpräsentation häufig gestellte Fragen anhand praktischer Beispiele in Wort und Bild beantwortet. So könnten Sie den Patienten quasi nebenher mit einer an die Wand geworfenen Erklärung die Angst vor „Generika“ nehmen.

Ob Bildschirm, Musikanlage oder Computerstation – elektronisches Gerät wirkt im Raum und in Bezug auf das Mobiliar oft als deplatzierter Fremdkörper. Die Bereiche des Möbeldesigns und der Elektronik sind noch nicht vollständig zusammengewachsen. Zu viel sichtbares elektronisches Gerät und die dazu gehörende Verkabelung lassen einen Raum ungemütlich erscheinen. Diese Art der Informationstechnik und Unterhaltung sollte daher sensibel ins Allgemeinbild einer Praxis eingefügt werden.

Ein Bildschirm muss nicht immer auf einem einfachen Fernsehtischchen sein Heim finden. In großen Räumen lässt sich eine Multimediawand installieren, die gleichzeitig als Raumteiler fungiert. Diese kann aus interessantem Material gefertigt sein, etwa aus hinterleuchtetem Kunststoff – für den, der es ultramodern möchte. Oder auch aus Holz – für den, der einen heimeligen Kontrast setzen will. So kann ein Monolith mit skulpturalem Charakter aufgestellt werden, in den ein Bildschirm eingehängt wird. Die Rückwand könnte dann auch Fächer für Zeitschriften und Infomaterial enthalten. Bedienelemente können genauso in die Oberfläche eingearbeitet werden wie Lautsprecherboxen und die sonst unansehnlichen Kabelsalate.

Flimmernde Gemälde

Möchten Sie einen Flachbildschirm lieber unauffällig arrangieren, kann man ihn mit geeigneten Verankerungen direkt an der Wand montieren, sogar mit einem massigen Bilderrahmen in ein Ensemble aus Fotografien und Gemälden integrieren – quasi der Monitor als moderne Interpretation eines Wandgemäldes.

Eine Arztpraxis, in der per Multimedia auch Produkte präsentiert werden sollen, kann durchaus mit den Mitteln des Handels arbeiten, um seine Ware und Informationen an den Patienten zu bringen. Dazu gehört natürlich auch die attraktive Darbietung der angebotenen Ware.

Dabei können spannende Präsentationsflächen an der Wand entstehen, die das Thema Multimedia mit Produktvitrinen verbinden und so Lust an der Erkundung des Angebots wecken. Etwa eine große Wand mit Paneelen, die sich zart und plastisch abheben, sodass die Wand wie gefaltet aussieht, wodurch die angebotene Präsentationsfläche erhöht wird. Dort könnte der Augenarzt eine Brillenkollektion präsentieren, ein Hautarzt die Kosmetikpalette. Daneben eingebaut eine Wartebank, auf der entspannt Platz genommen werden darf. (siehe Bild)

Würde ich mir etwas wünschen dürfen, werte Ärztegemeinschaft, würde ich mich in solch einer Multimediapraxis über eine Ladestation für den Laptop und freien Internetzugang freuen. Das verkürzt so manchem Patienten nicht nur die Wartezeit, sondern ermöglicht sogar das Arbeiten am Computer. Denn wenn ich schon über Arztpraxen schreibe, wäre es auch toll, das gleich vor Ort machen zu können. Vielen Dank im Voraus hierfür, Ihr Raumdoktor.

Von DI Niel Mazhar, Ärzte Woche 48 /2009

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