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Foto: flickr / Ärzte-Woche-Montage
 
Praxis 9. September 2009

Das Schwein vor der Steckdose

Formschöne Designelemente an der Wand erleichtern das Wohnen und das Arbeiten.

Vor einigen Jahren kamen sie auf den Markt und revolutionierten das Leben der „Couchpotatoes“. Adapter für Haushaltsgeräte, die, einfach in der Steckdose angebracht, durch zweimaliges Klatschen vom Sofa aus das Licht oder auch den Fernseher angehen ließen. Doch Steuerungssysteme, die auf akustische Signale reagieren, können ihre Tücken haben. Einmal zu oft versehentlich ähnliche Geräusche produziert, und man tappte genauso schnell wieder im Dunklen. Was sich seither im Bereich der Haustechniksteuerung getan hat, lesen Sie in dieser Folge des Raumdoktors.

 

Jeder kennt ihn, den Witz mit dem Schwein und der Steckdose. Nicht? Nun, kommt ein Schwein an einer Steckdose vorbei, schaut rein und sagt: „Arme Sau, dich haben sie eingemauert.“ Wenn Sie diesen Witz nicht lustig finden, könnte dies daran liegen, dass auch Ihre Steckdosen nicht gerade ein ästhetisches Highlight sind. Doch kein Grund zur Besorgnis! Ob Steckdose, Lichtschalter oder Temperaturregelung – die Bedienelemente an der Wand können leicht ausgetauscht werden.

Nicht nur das Licht setzt Akzente. Auch die kleinen Details wie der Lichtschalter können geschmackvolles Interieur unterstreichen. Ob Türsprechanlage, Steckdose oder Zentralsteuerung der Haustechnik, für jede Funktion gibt es das passende Design. Diese formschönen Accessoires verleihen dem Raum eine moderne und elegante Note und unterstreichen den Gesamteindruck des Interieurs.

Design nicht nur zum Ansehen!

Es muss nicht immer das Standardprodukt aus weißem Plastik sein, auch edle Ausführungen aus Holz und Metall sind möglich. Diese Elemente könnten dann dem Holzboden oder auch dem Interieur aus Edelstahl angepasst werden. Wenn Sie eine farbige Wandpartie haben, in der der Schalter sitzt – wäre es nicht schön, wenn auch dieser sich stimmig eingliedern oder mit kräftiger Farbe hervortun würde?

Diese Designelemente sind dann nicht nur schön anzusehen. Haben uns unsere Eltern noch eingebläut: „Schauen tut man mit den Augen“, so dürfen Sie nun ruhig hingreifen. Sie sollen sogar. Denn die Schaltersysteme von heute verbinden eine Vielfalt an Funktionen mit angenehmer Haptik.

Auch in Sachen Hygiene waren die Produktdesigner innovativ. So wurden etwa Türgriffe und Lichtschalter mit speziellen Kupferlegierungen getestet, die das Keimwachstum deutlich vermindern. Besonders für Krankenhäuser sind solche Entwicklungen von großem Nutzen.

Design und Barrierefreiheit

Doch oft ist es nicht nur der Wunsch, einen Hauch sinnliche Eleganz an die Wand zu bringen, diese Bedienelemente haben ganz praktische Vorteile – auch im Sinne der Barrierefreiheit. Denn nicht nur aus Gemütlichkeit kann so eine Fernbedienung an der Wand (die man daher auch nie unter den Couchpölstern suchen muss) sinnvoll sein. Gerade in medizinischen Einrichtungen muss das Augenmerk auf leichte Bedienbarkeit der Räumlichkeiten gelegt werden. Dabei sollten Bedienelemente nicht nur schön anzusehen sein, sondern auch für gesundheitlich beeinträchtigte und ältere Menschen einfach zu verstehen sein und gut erreichbar angebracht werden.

Schalter, die formschön und handlich und mit einfachen Symbolen versehen sind, können das tägliche Leben entscheidend erleichtern. Kräftige Farben und große leuchtende Schalter und Steckdosen helfen auch Menschen mit leichter Sehbehinderung, sich besser zu orientieren. Selbst das Ziehen des Steckers kann durch einen kleinen Drehhebel an der Dose deutlich erleichtert werden.

Auch direkt an Krankenbetten und Toiletten in Krankenhäusern und Pflegeheimen sollte mittels ausgefeilter Schalteranlagen und Rufsysteme für Sicherheit und Komfort gesorgt werden. Hilfsbedürftige Menschen können von diesen aus dann nicht nur das Licht steuern, sondern auch das Personal im Notfall alarmieren. Wichtig ist dabei ein klares, starkes Design.

Wünschen Sie sich nicht auch manchmal, die gesamte Haustechnik von einem gemütlichen Sessel aus per Gedanken steuern zu können? Oder noch besser – durch einfaches Betreten des Raumes? In den vier Wänden der Zukunft werden Bedienplattformen und Schaltersysteme vielleicht sogar völlig überflüssig werden. Das Haus wird dann automatisch erkennen, wer den Raum betritt, und alle Einstellungen den individuellen Wünschen des Nutzers automatisch anpassen.

Solche Zukunftsszenarien sind bis jetzt nur im Privathaus des Gründers von Microsoft, Bill Gates, zu finden. Dort steuert ein Computer nach den Vorlieben des Besuchers die Raumtemperatur und Lichtverhältnisse bis hin zur Musik. Diese Vorlieben werden auf einem Chip gespeichert, den der Gast bei sich trägt. Betritt Bill Gates selbst den Raum, werden die Einstellungen allerdings sofort auf seine Vorlieben umgestellt. Im Computersystem des Microsoft-Hauses haben seine Wünsche Priorität.

Fürchten müssen Sie sich noch nicht vor der übermächtigen Haustechnik. Das meiste davon bleibt wohl Zukunftsmusik. Dennoch sollte auf benutzerfreundliche und formschöne Bedienelemente der Haustechnik geachtet werden. Schweine mögen intelligente und freundliche Tiere sein, doch wollen Sie wirklich, dass man die Details Ihrer Raumgestaltung mit rosa Ferkeln vergleicht?

Von DI. Niel Mazhar, Ärzte Woche 37 /2009

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