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© HERTHA HURNAUS
DI Richard Klinger ist Mitbegründer der „architects collective“, ein Architekturbüro, das auf Krankenhausplanung spezialisiert ist.
 
Leben 3. Mai 2016

„Zeitgemäße Krankenhäuser nehmen bewusst Anleihen beim Hotel- und Wohnungsbau auf.“ 2 Zeilen

3 Fragen, 3 Antworten

Bei der Planung von Spitälern werden weiche Themen immer wichtiger. Kein Wunder: Lichtgebung, Farbwahl, barrierefreier Zugang zu Aufenthaltsräumen im Freien und ein hoher Grad an Privatsphäre tragen zur Genesung bei. Healing Architecture gewinnt auch hierzulande Anhänger.

Wie abgesichert ist die These von der Heilwirkung der Architektur?

Klinger:Die Prinzipien der Healing Architecture sind seit vielen Jahren anerkannte Grundlage der Krankenhausplanung im englischsprachigen und skandinavischen Raum. Seit zehn Jahren gewinnt dieser Ansatz in Deutschland, Österreich und der Schweiz mehr und mehr Anhänger. Unser Büro war zu dieser Zeit mit der Planung des Klinikum Klagenfurt beschäftigt, wo wir einige dieser Themen umsetzten konnten. Abgesehen von empirischen Fakten ist es wichtig bei der Planung einen humanistischen Ansatz zu wählen, abgesehen von optimaler Funktionalität den Blickpunkt des Patienten einzunehmen.

Was kann das Design konkret zum Genesungsprozess beitragen?

Klinger:Wir haben die Möglichkeit haben durch die Qualität der Räume, natürliches oder künstliches Licht, Materialien oder Farben, positiven Einfluss auf den Patienten zu nehmen. Ein konventionelles Krankenhaus ist ein steriler Bau, der emotionslos seine Funktion erfüllen soll. Zeitgemäße Krankenhäuser im Sinne der Healing Architecture nehmen bewusst Anleihen beim Hotel- und Wohnungsbau auf. Ein wichtiges Thema ist der Bezug zum Freiraum und zur Natur. Neben dem Blick aus dem Fenster und der barrierefreien Nutzbarkeit naher Außenräume, geht es auch um die Qualität von Patientenzimmer, Warte- und Aufenthaltsbereichen sowie um das Arbeitsumfeld des Personals. Ein weiteres Thema ist die einfache und intuitive Orientierbarkeit und Wegeführung, welche einen außergewöhnlichen Einfluss auf das Wohlbefinden und die Stressfreiheit der Patienten ausübt. Wird dem Wunsch nach einem möglichst hohen Grad der Selbstbestimmung und Eigenkontrolle sowie der Forderung nach Privatheit ist Rechnung getragen wirkt sich dies nachweislich positiv auf den Genesungsprozess aus.

Was halten Sie von Maggie's Cancer Care-Zentren?

Klinger: Das Besondere ist die gelungene Verbindung von hoher architektonischer Qualität, innovativen Ansätzen und praktischer Umsetzung im Gesundheitsbau.

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