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Allgemeinmedizin 2. September 2013

Soziales Netzwerk gegen Einsamkeit

Männer und Frauen sind im Alter gleich einsam.

Im Alter leben mehr Frauen als Männer allein – von den über 65-Jährigen die Hälfte aller Frauen und jeder fünfte Mann. Männer und Frauen sind gleichermaßen von Einsamkeit betroffen, zeigten nun Münchner Forscher.

Was beide schützt, ist ein gutes soziales Netzwerk. Wer sich einsam fühlt, ist dadurch stark belastet und greift häufiger zu Psychopharmaka. Die etwa gleiche Häufigkeit von Einsamkeit bei Männern und Frauen im Alter sei erstaunlich, so Prof. Dr. med. Karl-Heinz Ladwig von der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Klinikum rechts der Isar in München. Denn Frauen wiesen im Alter deutlich mehr Risikofaktoren für Einsamkeit auf als Männer: Sie sind häufiger verwitwet, leiden eher an körperlichen Gebrechen, die ihre Kontaktmöglichkeiten begrenzen, und auch häufiger an Depression und Angst. Frauen verfügen offenbar über Kompensationsmechanismen, die diese Risikofaktoren ausgleichen.

Die Qualität des sozialen Netzes spielt eine entscheidende Rolle. Während Frauen oft enge Freundschaften pflegen und intensiven Kontakt zu Nachbarn haben, stehen Männer eher mit ehemaligen Arbeitskollegen in Verbindung. Doch diese sind häufig keine engen Vertrauenspersonen. Ob die Senioren allein leben oder nicht, ist der Studie zufolge dagegen unerheblich.

Der Gebrauch von Psychopharmaka ist bei jenen Senioren höher, die sich sehr einsam fühlen - und dies kann nicht nur auf eine höhere Depressivität zurückgeführt werden. Insgesamt nehmen 19 Prozent der älteren Menschen zwischen 57 und 84 Jahren Psychopharmaka ein.

Quelle: Presseaussendung Deutscher Kongress für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

6. bis 9. März 2013, Heidelberg

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