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Eine verformte, einsame, kreative Existenz

Thomas Bernhard überlebt. Er überlebt die Abtreibungsversuche, die Deprivation der ersten Lebensmonate, die schwarze Pädagogik in der Familie wie auch in den nationalsozialistischen und katholischen Erziehungsanstalten, sein Schultrauma, er überlebt Bombenangriffe und Krieg, seine aus tiefster Einsamkeit, Überforderung und Verzweiflung resultierenden Suizidversuche, Tuberkulose und Armut. Er überlebt aber nicht unbeschadet, seine Persönlichkeit ist irritiert, verformt.

Bernhard ist (auch) ein Fall für die Psychiatrie und Psychotherapie, um ihn aus dem Wissen um die Psychodynamik aller zutiefst verletzten Menschen heraus, ehrfürchtig und voller Bewunderung, zu begegnen, hat er doch einen kreativen Weg gefunden, seine Biografie zu bewältigen und Weltliteratur zu schaffen.

Herwig Oberlerchner

Thomas Bernhard (1931 – 1989).

Wissenschaft & Praxis 2017, 128 S., Softcover 16,50 Euro

ISBN 978-3-89673-730-4

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