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© picture-alliance / dpa
Der Sarg mit der Leiche der 48-jährigen Lehrerin, die am 5. Mai 1997 von einem 15-jährigen Schüler in Zöbern (Niederösterreich) mit dem Revolver seines Vaters erschossen wurde, wird abtransportiert.
 

Die Bluttat von Zöbern

Sexuelles Motiv von Österreichs einzigem jugendlichen Amokläufer.

Wann immer auf der Welt eine Amoktat passiert, erinnert man sich in Österreich an die Bluttat an der Hauptschule von Zöbern 1997. Ein damals 15-Jähriger erschoss eine Lehrerin und verletzte eine zweite schwer.

Am 5. Mai 1997 hat Helmut Z. getötet, mit einem Revolver ein Leben ausgelöscht. Er gilt als Österreichs einziger jugendlicher Amokläufer, seitdem er mit dem Revolver seines Vaters in der Hauptschule Zöbern eine Lehrerin erschoss und eine zweite schwer verwundete, schreibt die Zeitschrift Datum in einem Porträt, 14 Jahre danach. Seine Tat nennt er in dem Porträt einen „Bledsinn“. Dass er „unfähig zur Empathie“ sei, wie der Gerichtspsychiater Max Friedrich ihm in einem Gutachten während des Prozesses bescheinigte, hält er für Unsinn.

Die Schule sei nicht das seine gewesen; von einem Lehrer habe er sich schikaniert gefühlt, Raufereien mit Schulkollegen seien an der Tagesordnung gewesen. Und dann sei da noch C. gewesen, die Klassenkameradin, die er so toll fand. Doch sie habe ihn nicht beachtet, wollte nichts mit ihm zu tun haben. Als am 5. Mai „der Schalter gekippt ist“, wie Helmut Z. sagt, sei sie der Auslöser gewesen, behauptet er. Mit der .357 Magnum seines Vaters tötete Z. eine Handarbeitslehrerin und verletzte eine zweite schwer. Als Motiv gab er zunächst Verzweiflung wegen seiner Lehrstellensuche an. Später traten sexuelle Motive deutlicher zu Tage. Z. wollte eine Mitschülerin vergewaltigen, die getötete Lehrerin stellte sich ihm in den Weg.

Wann immer sich irgendwo auf der Welt an einer Schule ein Amoklauf ereignet, sind Helmut Z. und Zöbern wieder im Gespräch. So weckte der Amoklauf von in Erfurt in Österreich traurige Erinnerungen: Sein Prozess endete am 20. November 1997 mit acht Jahren Haft für vorsätzlichen Mord. Der Vater des Jugendlichen hatte mit seinem Sohn „Schießübungen“ veranstaltet.

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