zur Navigation zum Inhalt
Clinic Nannys Lisa und Teresa
 
Leben 17. August 2015

Clinic Nannys im Einsatz

Wenn die Diagnose Krebs das Kinderleben erschüttert und sich plötzlich der Familienalltag nur mehr um die Krankheit dreht, dann kann eine Clinic Nanny unterstützen und frischen Wind in den schwierigen Tagesablauf bringen. Das Projekt „Clinic Nannys" wurde 2003 von der Kinder-Krebs-Hilfe Elterninitiative ins Leben gerufen und wird seitdem von den Familien gerne in Anspruch genommen.

„Das könnte ich nicht!", diesen Satz hören Clinic Nannys sehr oft, wenn sie von ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit sprechen. Denn eine Clinic Nanny hat viele Aufgaben und Funktionen im Leben von krebskranken Kindern und Jugendlichen. Jede Nanny betreut ein Kind im Krankenhaus und auf Wunsch auch zu Hause. Als Begleiterin und Unterstützerin verbringt sie regelmäßig Zeit mit ihrem Schützling und nimmt den Familien so manche Sorgen ab, indem sie Freiräume schafft und sie beim Zeitmanagement unterstützt. Denn auf Grund ihres geschwächten Immunsystems dürfen die PatientInnen oft keinen Besuch von Freunden empfangen, was den Alltag der gesamten Familie auf den Kopf stellt. Durch die junge und unbeschwerte Clinic Nanny fühlen sich die kranken Kinder und Jugendlichen, in dieser schweren Zeit sozial weniger isoliert. Mit ihr haben sie eine Bezugsperson an ihrer Seite, die regelmäßig zu Besuch kommt und auf sie als Person, nicht als Patient, eingeht – und das trägt wesentlich zur Genesung bei.

10 Clinic Nannys sind ehrenamtlich im Einsatz

Derzeit sind 10 Clinic Nannys ehrenamtlich an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde am AKH Wien und im St. Anna Kinderspital tätig. Einmal pro Woche wird, je nach Alter des Kindes, gespielt, die Entwicklung gefördert und gemeinsam ein paar unbeschwerte Stunden verbracht. Die Aufgabe der Clinic Nannys ist keine Kinderbetreuung im klassischen Sinn, sondern eine individuelle Beschäftigung, die auf die Bedürfnisse der Kinder und der gesamten Familie eingeht, denn Clinic Nannys sollen auch Eltern und Geschwisterkinder entlasten.

Neben der notwendigen Erfahrung durch ein Studium der Psychologie, Medizin oder Bildungswissenschaften sind Freude an der Tätigkeit, Offenheit und Herzlichkeit die wichtigsten Grundvoraussetzungen für diesen Job. Wer als Clinic Nanny in Frage kommt, wird nach mehreren Bewerbungsrunden entschieden, denn die Anforderungen an die ehrenamtlichen Studentinnen und Studenten sind, auf Grund der besonderen Umstände, hoch.

Balance zwischen Nähe und Distanz

„Clinic Nanny zu sein, bedeutet jeden Tag etwas Neues zu lernen, auch über sich selbst, und den Kindern und Jugendlichen die Zeit der Erkrankung so schön, wie möglich zu gestalten", beschreibt Lisa, die Psychologie studiert und seit mehr als einem Jahr als Clinic Nanny tätig ist. Die Familien zu entlasten, mit den Kindern regelmäßig zu arbeiten und sie in dieser schwierigen Lebensphase zu begleiten ist eine große Herausforderung, die von den Studentinnen und Studenten als Bereicherung und wertvolle Lebenserfahrung gesehen wird. „Es sind die schönen und lustigen Momente, die in Erinnerung bleiben. Dabei die Balance zwischen Nähe und Distanz zu halten ist nicht immer leicht", weiß Teresa, die seit bald drei Jahren krebskranke Kinder und Jugendliche im AKH betreut.

Um die emotionalen Herausforderungen gut meistern zu können, brauchen auch Clinic Nannys kontinuierliche Betreuung und seelische Unterstützung. Regelmäßig finden daher Fortbildungen, Supervisionsstunden und Gespräche mit dem psychosozialen Team statt. So können die Clinic Nannys weiterhin großartige Arbeit leisten und, ähnlich wie Mary Poppins, mit einer Tasche voller Motivation, Engagement, Herzlichkeit und Freude, krebskranke Kinder verzaubern und Familien entlasten.

Infos zum Projekt: www.elterninitiative.at

Pressemitteilung/TF, springermedizin.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben