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Allgemeinmedizin 22. April 2013

Hypertonie bei Posttraumatischer Belastungsstörung

Unter Bluthochdruck-Patienten finden sich mehr Menschen mit der Diagnose „Posttraumatische Belastungsstörung“ (PTBS) als in der Allgemeinbevölkerung. Dies zeigt eine Studie des Universitätsklinikums Ulm, die bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) vorgestellt wurde.

PTBS stellt eine klinisch wichtige Diagnose zur Identifikation chronischer Stressoren dar und hat nachweislich eine Hyperaktivität des Sympathikus zur Folge. Ein Zusammenhang zwischen PTBS und dem Vorliegen einer arteriellen Hypertonie konnte bereits gezeigt werden. Ob bei Patienten mit essenzieller arterieller Hypertonie gehäuft ein PTBS diagnostiziert werden kann, war bisher nicht bekannt.

In der aktuellen Studie wurden 77 Bluthochdruck-Patienten untersucht. Als PTBS-Screeninginstrument wurde die Posttraumatische Diagnoseskala (PDS) verwendet. Weiters wurden Daten zu Stresserleben, sozialer Unterstützung, Bindung, Angst, Depression und Befindlichkeit erhoben.

Die Ergebnisse: Zehn Prozent der Patienten zeigten das Vollbild einer PTBS nach DSM-IV-Kriterien. Das ist deutlich mehr als in der Allgemeinbevölkerung und entspricht in etwa der Größenordnung des Auftretens von PTBS unter US-Militär-Veteranen. Weitere zwölf Prozent der Studienteilnehmer erfüllten die Kriterien einer partiellen PTBS. Insgesamt waren 22 Prozent der teilnehmenden Patienten mit den Folgen eines traumatischen Ereignisses klinisch bedeutsam belastet.

Die Autoren folgern, dass bei einer PTBS die chronische Hyperaktivität des sympathischen Nervensystems eine mögliche Ursache für die Manifestation einer essenziellen Hypertonie darstellt.

Balint E et al.: Abstract P1440; Clin Res Cardiol 2013; 102, Suppl 1 ; doi: 10.1007/s00392-013-1100-1

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