Ein neu entwickelter Test soll die Therapie und Beratung von Menschen mit Riechstörungen deutlich erleichtern. Entwickelt wurde das Verfahren an der Universitätsklinik für Neurologie der MedUni Wien. Mit der neuen Untersuchungsmethode gibt es erstmals ein einfach anwendbares Testverfahren, das die subjektiven Beeinträchtigungen aufgrund der Störung des Geruchssinns misst. Untersucht wird dabei, wie sich die Beeinträchtigung auf die Lebensqualität auswirkt. Der Test soll in Zukunft die zielgerichtete Therapie und Beratung der Betroffenen deutlich erleichtern. Laut Gisela Pusswald, der Entwicklerin des Tests, klagen Betroffene besonders häufig darüber, dass das Essen nicht mehr wie früher schmeckt und Parfums und Körpergerüche nicht oder nur eingeschränkt wahrgenommen werden können. Noch schwerer wiegt häufig die damit verbundene Unsicherheit im Alltag. Pusswald: „Viele Betroffene haben Angst, dass Gas ausströmt, ohne dass sie es riechen. Das Gleiche gilt für Rauch, dessen Geruch  nicht wahrgenommen werden kann.“ Jeder Fünfte betroffen"/>
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Es geht nicht nur um Wohlgerüche: Viele Betroffene haben Angst, Rauch oder ausströmendes Gas nicht wahrzunehmen.
 
Neurologie 28. Dezember 2012

Psychologischer Test für Riechstörungen

Ein neu entwickelter Test soll die Therapie und Beratung von Menschen mit Riechstörungen deutlich erleichtern. Entwickelt wurde das Verfahren an der Universitätsklinik für Neurologie der MedUni Wien.

Mit der neuen Untersuchungsmethode gibt es erstmals ein einfach anwendbares Testverfahren, das die subjektiven Beeinträchtigungen aufgrund der Störung des Geruchssinns misst. Untersucht wird dabei, wie sich die Beeinträchtigung auf die Lebensqualität auswirkt. Der Test soll in Zukunft die zielgerichtete Therapie und Beratung der Betroffenen deutlich erleichtern.

Laut Gisela Pusswald, der Entwicklerin des Tests, klagen Betroffene besonders häufig darüber, dass das Essen nicht mehr wie früher schmeckt und Parfums und Körpergerüche nicht oder nur eingeschränkt wahrgenommen werden können. Noch schwerer wiegt häufig die damit verbundene Unsicherheit im Alltag. Pusswald: „Viele Betroffene haben Angst, dass Gas ausströmt, ohne dass sie es riechen. Das Gleiche gilt für Rauch, dessen Geruch  nicht wahrgenommen werden kann.“

Jeder Fünfte betroffen

Dass diese Einschränkungen durchaus folgenschwer sind, erklärt der Leiter der Testentwicklung, Johann Lehrner von der Universitätsklinik für Neurologie: „Die Beeinträchtigung der Menschen mit Riechstörungen kann beträchtlich sein und reicht bis zu anhaltenden depressiven Verstimmungen.“ Dabei handelt es sich laut Lehrner um ein weitverbreitetes Phänomen: „Internationale Studien schätzen, dass weltweit jeder fünfte Mensch im Alter zwischen 20 und 90 Jahren  einen gestörten Geruchssinn hat.“

Englischsprachige Version in Entwicklung

Der nun in Wien erstmals eingesetzte Test wurde für den gesamten deutschsprachigen Raum entwickelt. Kliniker verfügen dadurch zum ersten Mal über ein einfach anwendbares und auszuwertendes Verfahren, das rasch Ergebnisse liefert. Dadurch können sich die Experten sehr schnell einen guten Überblick über das Ausmaß der Riechstörung verschaffen. Derzeit wird die deutsche Version des Tests für den englischsprachigen Raum adaptiert.

Gisela Pusswald & Eduard Auff & Johann Lehrner: “Development of a Brief Self-Report Inventory to Measure Olfactory Dysfunction and Quality of Life in Patients with Problems with the Sense of Smell”, Chem Percept 2012, 5: 292–299

MedUni Wien/CL, springermedizin.at

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