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Arbeitsmedizin 13. Juni 2008

Büroschmerzen

Schmerzen zu behandeln ist wichtig, dabei wird oft vergessen, dass viele von ihnen mit geschickten Präventionsstrategien schon im Vorfeld hätten verhindert werden können. Gerade auch im Beruf.

Das Wort „Prävention“ kommt vom Lateinischen „praevenire“ und heißt übersetzt „zuvorkommen, verhüten“. Dieser Begriff beinhaltet Krankheitsvorbeugung und Krankheitsverhütung ebenso wie Vermeidungsstrategien. Oftmals wird der Ausdruck „Vorsorge“ als Synonym dafür verwendet. Das Ziel der Prävention ist es, gesundheitliche Schädigung durch gezielte Aktivitäten zu verhindern, weniger wahrscheinlich zu machen bzw. zu verzögern. Im Gegensatz dazu steht die Gesundheitsförderung, welche Maßnahmen und Aktivitäten umfasst, mit denen die Stärkung der Gesundheitsressourcen und -potenziale der Menschen erreicht werden sollen. Dabei gibt es zwei Arten der Unterteilung der Prävention (siehe Einteilung in Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention/ Verhaltens- und Verhältnisprävention).

Die richtige Ausstattung des Arbeitsplatzes

Die Beurteilung der Ausstattung und Beschaffenheit des Arbeitsplatzes stellt einen wichtigen Bestandteil in der Prävention mit der Möglichkeit einer Verbesserung etwa mittels ergonomischer Beratung dar. Die Beurteilung des Arbeitsplatzes je nach Belastungsform, wie zum Beispiel ständiges Sitzen oder Stehen, monotone Bewegungsabläufe, Arbeit mit hohen Gewichten, Arbeit in ungünstiger Körperposition, Vibrationen durch Geräte oder auch die Luftverschmutzung und Lärmbelastung am Arbeitsplatz, kann zu jeweiligen präventiven Empfehlung und Maßnahmen führen. Eine einfache Möglichkeit stellt beispielsweise die Empfehlung eines anpassbaren Stuhles oder Schreibtisches sowie die richtige Einstellung derer auf den Arbeitsplatz dar. Ebenso ist die Beratung hinsichtlich korrekter Anordnung der Geräte, vor allem die Anpassung derer an die Lichtverhältnisse, an die Aufgaben und den Arbeitsablauf, ein wichtiger Bestandteil der Prävention. Neben dieser Beratung kann auch die Aufklärung über Risikofaktoren und die Entstehung von Krankheiten in Form von Schulungen und Vorträgen als Prävention gesehen werden. Die Erstellung eines Übungsprogramms zur Entlastung, Dehnung und Kräftigung bestimmter Körperpartien je nach Belastungsform der Arbeit stellt ebenso eine vorbeugende, teilweise schon rehabilitative Maßnahme dar.

Schmerzhafte Störungen während der Berufsausübung

In einem Artikel von Prof. Dr. Hans Tilscher et al. mit dem Titel „Kopf-Nacken-Schulter-Arm-Beschwerden: arbeitsplatzbedingt?“ (Manuelle Medizin 2005; 43:13-18), werden schmerzhafte Störungen des Stütz- und Bewegungsapparates als häufigster Grund für Krankenstandstage und Frühpensionierungen in Österreich angegeben. Die Beschwerden zeigen einen Zusammenhang mit längeren statischen Überlastungen und treten besonders bei Bildschirmarbeiten auf. Weiters stellen die Kombination mit Stress und eine mangelnde Ergonomie des Arbeitsplatzes negative Faktoren dar. Auch in diesem Artikel wird der positive Einfluss von heilgymnastischen Übungen erwähnt. Prävention stellt sowohl für den Einzelnen als auch volkswirtschaftlich gesehen einen wichtigen Anteil am Gesundheitswesen dar.

 Kasten

Pieber, Ärzte Woche

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