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Kardiologie 17. Oktober 2007

KHK-Prävention

Süßwasseralgen könnten in der Behandlung des metabolischen Syndroms nützlich sein. Eine randomisierte Untersuchung zeigte deutliche Verbesserungen kardiovaskulärer Risikofaktoren (Lipids in Health and Disease 2007, 6:20). ProAlgaZyme (PAZ) ist ein Präparat aus Süßwasseralgen, welches seit mehreren Jahren als Nahrungsergänzungsmittel im Gebrauch ist. Um der in Einzelfällen anekdotisch berichteten positiven Wirkung von PAZ auf entzündliche Erkrankungen und metabolische Störungen auf die Spur zu kommen, führte Julius Oben mit seinem Team von der Universität Yaounde, Kamerun, eine prospektive, randomisierte und Plazebo-kontrollierte Doppelblindstudie durch. 52 übergewichtige beziehungsweise fettsüchtige Erwachsene nahmen an der Studie teil. Über einen Zeitraum von 10 Wochen erhielten die Teilnehmer täglich entweder viermal täglich je eine Fluid Ounce (fl oz) PAZ, das sind jeweils etwa 30 Milliliter, oder Wasser.
Die Teilnehmer der Verumgruppe reduzierten im Versuchszeitraum ihr Körpergewicht im Schnitt um 4,18kg (Plazebogruppe minus 1,2kg), ebenso den Body Mass Index (BMI) um 1,51 kg/m² (Plazebogruppe minus 0,20), und den Körperfettanteil um 2,46 Prozent (Plazebogruppe 0,30 Prozent).
PAZ-Konsum führte abgesehen davon zu einer im Gruppenvergleich signifikanten Reduktion des systolischen und diastolischen Blutdruckes, des Blutzuckerspiegels und des Gesamtcholesterin- wie auch des LDL-Spiegels und der Triglyceride. Zusätzlich erhöhte das Präparat den HDL-Spiegel. Doch damit nicht genug, konnte im Vergleich zu Plazebo eine signifikante Reduktion der CRP-Spiegel, des Interleukin 6 und des Tumornekrosefaktor Alpha nachgewiesen werden.
Die Gewichtsreduktion könnte den primären Effekt der Substanz darstellen, die weiteren Wirkungen wären Folgen der Gewichtsabnahme, meinen die Studienautoren. Oben et al. vermuten, dass der Einfluss des PAZ auf die Lipidwerte durch Interaktion der Wirkstoffe mit den Enzymen der Cholesterinbiosynthese vermittelt wird, beispielsweise durch katalytisch gesteigerte Umwandlung von LDL-Cholesterin in Gallensalze.
„PAZ könnte in der Therapie von Dyslipidämien nützlich sein, die weitere Erforschung der in PAZ enthaltenen Wirkstoffe scheint gerechtfertigt“, sagen die Studienautoren.

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