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Neurologie 27. Juni 2007

Folsäure zur Insultprävention

Eine Metaanalyse von Prof. Dr. Xiaobin Wang vom Children’s Memorial Research Center in Chicago (Xiaobin W et al, Lancet 2007, 369) ergab, dass Folsäureeinnahme das Risiko eines Schlaganfalles um 18 oder mehr Prozent senken kann. Denn ergänzende Folsäuregabe senkt den Homocysteinwert im Blut. Und hohe Homocysteinkonzentrationen stehen im Verdacht, nicht nur das Schlaganfallrisiko zu erhöhen, sondern auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie tiefe Venenthrombosen zu erhöhen. Über 36 Monate andauernde Folsäuregabe reduzierte das Schlaganfallrisiko sogar um 29 Prozent. Homocysteinreduktion um mehr als 20 Prozent resultierte in einem um fast ein Viertel reduzierten Insultrisiko. Patienten ohne vorausgehende zerebrale Ereignisse profitierten ebenfalls mit einem um 25 Prozent verringerten Insultrisiko. Die Autoren schlussfolgern aus der Meta-Analyse, welche acht Studien zur Folsäuregabe vor einem Schlaganfall beinhaltete, dass ergänzende Folsäuregabe das Risiko eines Schlaganfalls in der primären Vorbeugung verringern kann. Jedoch stellen sie weiteren Forschungsbedarf fest – vor allem sollten mehrjährige Studien mit Teilnehmern ohne Insultgeschichte erfolgen. Etwaige nachteilige Folgen von Folsäuregaben auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen seien durch weitere randomisierte Studien auszuschließen.

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