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Allgemeinmedizin 7. Oktober 2016

Das günstigste Screening der Welt

 Stark oder schwach? Wie fest ein Mensch beim Händedruck zupackt, kann viel über seine Gesundheit verraten. Eine wissenschaftliche Erklärung liefert eine Soziologin aus Laxenburg bei Wien.

Ein Händedruck als Screening-Methode? Tatsächlich ließe sich schnell und preisgünstig mit einem einfachen Test des Händedrucks der Gesundheitszustand eines Patienten abschätzen. Das berichtet Dr. Nadia Steiber vom International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) in Laxenburg bei Wien (PLOS ONE. 2016; doi:10.1371/journal.pone. 0163917). Der Händedruck wird dabei mit einem einfachen Werkzeug bestimmt und kann Hinweise auf gravierende Gesundheitsprobleme liefern, so das Institut in einer Mitteilung.

Allgemein ist der Händedruck beim Menschen im Alter zwischen 30 und 40 Jahren am stärksten und nimmt dann in den weiteren Lebensjahren langsam ab. „Fallen bei einem Patienten die Werte des Händedrucks unter eine bestimmte Grenze, die vom Alter, Geschlecht und Körpergröße abhängt, dann sind weitere Untersuchungen auf den Gesundheitszustand zu empfehlen“, berichtet Steiber in der Mitteilung.

Einfaches Messverfahren

Referenzwerte hat sie dabei in ihrer Studie publiziert. Ein schwacher Druck deute direkt auf eine erhöhte Vulnerabilität des Patienten. Das Messverfahren ist dabei simpel und kostet nicht viel, so die Wirtschaftssoziologin. Basis der Studie waren Daten aus einer Untersuchung zur Bewertung des biologischen Alters. Auch hierzu kann die Händedruck-Messung als Methode verwendet werden. In Studien war der Druck dabei direkt assoziiert mit Sterberisiko, Behinderung, geistigem Abbau und der Rekonvaleszenz-Zeit nach Krankenhausaufenthalten.

Direkte Anwendung möglich

Die Referenzwerte der neuen Studie zum Händedruck ließen sich direkt in der klinischen Praxis verwenden, heißt es in der Mitteilung weiter. Für die Berechnung der Werte wurden Daten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin verwendet. Sie stammen von über 11.000 Probanden im Alter von 17 bis 90 Jahre mit über 25.000 Messungen. Erstmals seien in der Studie Händedruck-Referenzwerte über die gesamte Lebensspanne von Menschen ermittelt worden.

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