zur Navigation zum Inhalt
© Sven Bähren / fotolia.com
 
Gynäkologie und Geburtshilfe 2. September 2014

Analer Pap-Test häufig positiv

Wenn der Pap-Abstrich an Muttermund und Gebärmutterhals einen Befund liefert, lassen sich häufig auch in der Analregion abnorme Zellveränderungen entdecken.

Eine prospektive Studie versuchte, den Zusammenhang zwischen Dysplasien der Zervix und analer HPV-Infektion und Zytologie zu quantifizieren: Bei jeder dritten Teilnehmerin (32,5%), die zur Abklärung eines auffälligen zervikalen Pap-Tests überwiesen wurde, förderte der Analabstrich Hochrisiko-HPV zutage. Zudem wurden bei etwa jeder sechsten Frau (17,6%) abnorme Zellveränderungen entdeckt.

An der Studie waren 196 Frauen im Durchschnittsalter von 30 Jahren beteiligt. Der initiale Pap-Test hatte bei 40,3 Prozent HPV-positive atypische Plattenepithelzellen von unklarer Bedeutung detektiert, 5,6 Prozent hatten atypische Plattenepithelzellen, 42,9 Prozent niedriggradige und 11,2 Prozent hochgradige intraepitheliale Läsionen. Bei der nachfolgenden Kolposkopie wurde bei 135 Frauen eine Biopsie vorgenommen, mit der bei 21,7 Prozent CIN-1- und bei 16,5 Prozent CIN-2- oder -3-Läsionen festgestellt wurden.

Bei allen Patientinnen wurde außerdem ein Analabstrich genommen. Der zugehörige Pap-Test fiel bei 82,4 Prozent der Frauen negativ aus, 11,8 Prozent hatten einen unklaren Befund mit atypischen Plattenepithelzellen und 5,9 Prozent niedriggradige Läsionen.

Frauen mit zervikalem Hochrisiko-HPV haben demnach mit erhöhter Wahrscheinlichkeit Hochrisiko-HPV-Typen auch im Analbereich (OR 3,6). Anale Hochrisiko-HPV-Typen wiederum steigern die Wahrscheinlichkeit, dass die anale Zytologie auffällig ist (OR 6,5). Eine Quantifizierung des Zusammenhangs zwischen zervikalen Hochrisiko-HPV und analem Pap-Befund war aufgrund mangelnder statistischer Aussagekraft nicht möglich.

Lammé J et al.: Obstet Gynecol 2014; 124 (2): 242–248

springermedizin.de, Ärzte Woche 36/2014

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben