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Allgemeinmedizin 3. Juni 2014

Zusatznutzen

Statine senken dosisabhängig das Demenzrisiko.

Ältere Patienten unter Statintherapie entwickeln seltener eine Demenz.

Die Hinweise auf eine Beteiligung von Cholesterin bei der Demenzentstehung mehren sich: Erhöhte Cholesterinspiegel fördern nicht nur die zerebrale Atherosklerose, sie können über vermehrte Entzündungsreaktionen auch zum Untergang von Nervenzellen beitragen. Cholesterin wird außerdem zur Bildung von Amyloidprotein benötigt. Von cholesterinsenkenden Medikamenten verspricht man sich daher eine demenzpräventive Wirkung.

Zumindest in einigen Beobachtungsstudien hat man einen solchen Effekt auch zeigen können. In einer randomisierten Studie wurde jedoch kürzlich unter Statinen eine Verschlechterung der Kognition festgestellt. Nun haben Ärzte aus Taiwan eine weitere Kohortenstudie vorgelegt, die für eine dosisabhängige Schutzwirkung der Lipidsenker spricht.

Hochdosiert und hochpotent schützt am besten

Aus einer Zufallsstichprobe von einer Million Krankenversicherten waren alle Personen herausgezogen worden, die 1997/1998 mindestens 65 Jahre alt und nicht demenzkrank waren. 15.200 standen unter einer Statintherapie. Knapp zwölf Jahre später hatten 5.516 Studienteilnehmer die Diagnose einer präsenilen oder senilen Demenz erhalten.

Das Risiko für eine Demenz bei Statinanwendern im Vergleich zu Nichtanwendern fiel umso geringer aus, je höher die Lipidsenker dosiert waren: Eine Gesamtdosis im untersten Terzil war mit einem relativen Risikorückgang um 17 Prozent, im mittleren Terzil um 28 Prozent und im höchsten Terzil um 61 Prozent assoziiert. Nahm man die tägliche Dosis an Statinäquivalenten, dann beliefen sich die entsprechenden Risikoreduktionen auf 33, 22 und 50 Prozent. Hochpotente Cholesterinsenker wie Rosuvastatin und Atorvastatin erwiesen sich auch bei der Demenzprävention als besonders wirksam.

Der Schutzeffekt hielt der Überprüfung in einer Propensitätsanalyse stand: 2003 Versicherte mit Statintherapie hatten unter den höchsten Gesamt- bzw. Tagesdosen eine um 62 bzw. 51 Prozent geringere Demenzrate als 2003 Patienten mit identischen Risikofaktoren, aber ohne Statintherapie.

„Die Ergebnisse stützen die Hypothese, dass die Verordnung von Statinen vor allem ältere Patienten vor der Entwicklung einer Demenz schützen kann“, lautet das Fazit der Studienautoren um Lian-Yu Lin von der Universität Taipeh.

Originalpublikation: Wu CK et al.: J Intern Med 2014; online 21. Mai

springermedizin.de, Ärzte Woche 23/2014

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