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Sportmedizin 23. Mai 2014

Welche Übungen vor Sportverletzungen schützen

Prävention im Test.

Mit einem zusätzlichen präventiven Krafttraining können Sportverletzungen auf etwa ein Drittel reduziert werden, die Wahrscheinlichkeit für einen Überlastungsschaden halbiert sich. Stretching dagegen hat, einer dänischen Studie zufolge, keinen präventiven Effekt.

Die Sportmediziner analysierten 25 Studien mit 26.610 Schülern und Erwachsenen, die regelmäßig beispielsweise auf dem Fußball-, Handball- oder Basketballplatz trainierten (Lauersen et al.: Br J Sports Med 2014 ). Dabei verglichen sie die Verletzungsquoten derjenigen, die zusätzlich Krafttraining, Stretching, Propriozeptionstraining oder ein Kombinationstraining absolvierten, mit denen von Sportlern ohne diese Präventionsstrategien.

Insgesamt wurden 3.464 Verletzungen dokumentiert. Kein Nutzen im Hinblick auf das Verletzungsrisiko zeigte sich in den drei Studien für das Stretching. Den größten präventiven Vorteil brachte ein Krafttraining: In vier Studien lag das relative Risiko (RR) um 68 Prozent niedriger als in der Kontrollgruppe, gefolgt von einem Propriozeptionstraining (6 Studien, RR 0,55) und einem Kombinationstraining (12 Studien, RR 0,66).

Sechs der Studien hatten Überlastungsschäden untersucht. Wurden alle Studien mit wirksamen Konzepten berücksichtigt, reduzierte sich das relative Risiko für eine akute Sportverletzung bei den Teilnehmern um insgesamt 35 Prozent gegenüber der Kontrollgruppe ohne diese Zusatzübungen, und es traten 47 Prozent weniger Überlastungsschäden auf.

Das Resümee von Lauersen und Kollegen lautet: Stretchen bringt, zumindest den drei analysierten Studien zufolge, weder vor noch nach dem Sport etwas. Das beste Mittel zur Prävention von Sportverletzungen sei offenbar das Krafttraining.

springermedizin.de, Ärzte Woche 22/2014

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