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Praxis 16. April 2013

Experten aus ganz Europa diskutierten zum Thema Nadelstichverletzungen

Internationale Tagung zur Umsetzung der Richtlinie 2010/32/EU.


Verletzungen durch scharfe und spitze medizinische Instrumente gehören zu den alltäglichen Gefahren für medizinisches Personal. Zur Vermeidung der Risiken und Gefahren wurde von den europäischen Sozialpartnern eine Richtlinie verhandelt und schließlich von der EU erlassen. Über die Notwendigkeit und Umsetzungsmöglichkeiten diskutierten auf Einladung des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV) am 16. April internationale Experten aus dem Krankenhaus- und Gesundheitswesen im Bildungszentrum der AK Wien.


Wilhelm Marhold, Generaldirektor des Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV) und Sprecher von HOSPEEM-Österreich (Arbeitgebervereinigung des europäischen sektoralen sozialen Dialogs im Krankenhaus- und Gesundheitssektor), eröffnete die internationale Tagung zur Umsetzung der Richtlinie 2010/32/EU. Die gemeinsam mit der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten (Gdg-KMSfB) sowie dem Verband der Öffentlichen Wirtschaft und Gemeinwirtschaft Österreichs (VÖWG) durchgeführte Veranstaltung brachte hochrangige Experten aus EU-Mitgliedsstaaten wie etwa Bulgarien, Polen, Deutschland, Ungarn, Rumänien sowie aus Kroatien in die Bundeshauptstadt.

Christian Meidlinger, Generalsekretär der Gdg-KMSfB begrüßt die Richtlinie als einen wesentlichen Beitrag zu Gesundheit und Sicherheit sowie Prävention: "Das Ergebnis ist ein Zeichen für eine aktive Sozialpartnerschaft, die den europäischen Raum mit Leben erfüllt."

Die Veranstalter anerkennen angesichts des hohen Gefährdungspotenzials für Beschäftigte im Gesundheitssektor die Ziele und Inhalte der Richtlinie 2010/32/EU. Diese stelle einen wesentlichen Durchbruch bei der effektiven Prävention von Stich- und Schnittverletzungen und dem Schutz von Beschäftigten in Krankenhäusern und der Gesundheitsversorgung dar. Die Richtlinie 2010/32/EU regle Arbeitnehmerschutzbestimmungen, die für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen gelten.

Marhold betonte zudem die Wichtigkeit des europäischen sozialen Dialogs um die Daseinsvorsorge insbesondere für den Krankenhaus- und Gesundheitssektor maßgeblich zu unterstützen. "Diese Richtlinie stellt ein Erfolgsmodell des europäischen sozialen Dialogs dar." Der VÖWG war über HOSPEEM direkt an den Verhandlungen der europäischen Sozialpartner beteiligt. Heidrun Maier-de Kruijff, Geschäftsführerin des VÖWG: "Mit dieser Richtlinie ist es gelungen, sowohl die Patientensicherheit sowie Schmerzminimierung und die Arbeitsschutzbestimmungen für Beschäftigte zu berücksichtigen als auch auf vertretbare Kostenstrukturen Bedacht zu nehmen." Maier fügt hinzu: "Es war besonders wichtig, die Umsetzung in den Mitgliedstaaten zu begleiten und Hilfestellungen anzubieten. Das ist mit diesem Seminar wunderbar gelungen."

Die ursprünglich von den europäischen Sozialpartnern (HOSPEEM, EGÖD) verhandelte Rahmenvereinbarung zur Vermeidung von Verletzungen durch scharfe/spitze medizinische Instrumente trat als Richtlinie 2010/32/EU 2010 in Kraft. Sie muss in den EU-Mitgliedstaaten bis 11. Mai 2013 umgesetzt werden.

Der VÖWG vertritt die Interessen der öffentlichen Wirtschaft, insbesondere der Daseinsvorsorge und stellt die österreichische Sektion des europäischen Zentralverbands der Öffentlichen Wirtschaft (CEEP). Dieser ist Teil der anerkannten, sektorenübergreifenden europäischen Sozialpartner. HOSPEEM ist die Arbeitgebervereinigung des sektoralen sozialen Dialogs im Krankenhaus- und Gesundheitssektor. Die HOSPEEM-Österreich Plattform ist Teil des VÖWG.

Mehr Informationen zum Regionalseminar unter: http://www.epsu.org/a/9116

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