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Chili zerstört Tumore durch Stimulation freier Radikale.
 
Onkologie 26. November 2012

Gelbwurz, Chili und Co.

Chemoprävention mit Phytochemicals.

Die Hälfte bis zwei Drittel aller Karzinome beim Menschen können – und das ist wiederholt untersucht worden – durch eine Lifestyle-Veränderung verhindert werden. Rund 35 Prozent der Mortalität beim Krebs stehen mit dem Essen und einer Diät in Verbindung.

Zu den Phytochemicals, welche den nukleären Faktor kappa B und AP1 beeinflussen, gehört vor allem das Kurkumin: es ist einer der am besten untersuchtesten Phytochemicals, die ein chemopräventives Potenzial hat, indem es den TNF-alpha supprimiert und damit auch die Cox-2-Gene und die NFkB- Aktivierung. Dabei hemmt Kurkumin die I-kappa B Degraduierung, in dem die darin involvierte Kinase supprimiert wird.

Capsaicin ist die Geschmackskomponente des Chili-Pfeffers, es zerstört den Tumor durch eine Stimulation freier Radikale.

Das Epikallocatechin-Galat des Grünen Tees hat eine vielfältige gesundheitsordernde Wirkung und zählt zu den „epigenetic drugs“, die das Methylierungsmuster der DNA günstig beeinflussen kann. Dieses Polyphenol des grünen Tees hemmt sowohl AP1 sowie den nukleären Faktor kappa B. Seine chemopräventive Aktivität ist vor allem in der Haut gut dokumentiert – aber auch in der Blockade des vaskulären endothelialen Growth-Faktor in Brustkrebs-Karzinom-Linien.

Genistein ist ein Phytoöstrogen, das vor allem in hormonabhängigen Malignomen protektiv wirkt: Es hemmt vor allem den nukleären Faktor kappa B in der Prostata und im Mammakarzinom.

Resveratrol hemmt die COX-2-Expression, die Protein-Kinase C sowie die AP-Transkriptionsaktivität. Neben der Suppression von COX 2 und der konstitutiven Aktivierung des nukleären Faktor kappa B unterdrückt es auch die Matrix-Metalloproteinasen.

Dies sind einige Beispiele für in der Natur vorkommenden Chemopräventiva, deren molekulare Mechanismen immer besser erforscht werden. Dabei darf man nicht vergessen, dass die erfolgreichsten Medikamente aus der Natur kommen: das Aspirin, das Penicillin, aber auch das neue Chemotherapeutikum Taxol.

Prof. DDr. Johannes Huber

Univ.-Klinik für Frauenheilkunde, Wien

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