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Pap-Test: Je jünger die Patientin, desto enger sollten die Screening- Intervalle angesetzt werden.
 

Wie oft zum Pap-Test?

Neue Ergebnisse zu Screening-Intervallen.

So viel wie nötig, so wenig wie möglich – das ist die Prämisse jedes Krebsscreenings. Wie viel in puncto Zervixkarzinom-Screening nötig ist, darüber herrscht noch Uneinigkeit. Entsprechend unterschiedlich fallen die Empfehlungen zum Screening-Intervall mittels Pap-Test aus. Nun machten sich japanische Gynäkologen auf die Suche nach dem optimalen Zeitfenster.

Vor dem 40. Lebensjahr sollten Frauen alle zwei Jahre eine zytologische Untersuchung des Zervixabstriches durchführen lassen, Frauen zwischen 40 und 59 Jahre alle zwei bis drei Jahre und jenseits der 60 nur noch alle fünf Jahre. Zu diesem Schluss kommen Forscher aus Japan, die in einer retrospektiven Kohortenstudie mit 3.804 gesunden Frauen das Erkrankungsrisiko innerhalb von fünf Jahren bestimmt und daran das optimale Screening-Intervall errechnet haben. Daiki Kobayashi und Kollegen gingen von den für ein Screening weltweit geltenden Inzidenzraten von 0,5 Prozent für das Zervixkarzinom und ein Prozent für Dysplasien aus.

Frauen unter 40 haben das größte Risiko

Die Teilnehmerinnen hatten sich zwischen 2005 und 2010 einmal jährlich einem Gesundheitscheck-up unterzogen, der unter anderem auch einen Pap-Test beinhaltete. In dieser Zeit war bei insgesamt 236 Patientinnen der zytologische Befund zu beanstanden (kumulative Inzidenz 6,2%). Die Wahrscheinlichkeit eines auffälligen Pap-Test variierte stark mit dem Alter der Frauen. Am größten war sie bei den unter 40-Jährigen (11,2%) und sank mit den Lebensjahren: auf 7,6 Prozent bei den 40- bis 49-Jährigen, 4,4 Prozent bei 50–59-Jährigen und 2,8 Prozent bei den über 60-Jährigen.

Die weiterführende Diagnostik bestätigte bei vier Frauen ein Zervixkarzinom, bei 66 eine Dysplasie, bei den restlichen 158 konnte beides ausgeschlossen werden. Dabei war das Risiko, an einem Zervixkarzinom oder einer Dysplasie zu erkranken, für die unter 40-Jährigen am höchsten (kumulative Inzidenz 0,9 bzw. 4%) und verringerte sich in den höheren Altersklassen (40–49: 0,1% bzw. 2,2%; 50–59: 0,1% bzw. 1%; >60: 0% bzw. 0,4%).

Jüngere früher, Ältere später testen

Doch nicht nur in den Erkrankungszahlen, auch im zeitlichen Verlauf unterschieden sich die Altersgruppen: Bei den jüngeren Frauen stiegen insbesondere innerhalb der ersten zwei Jahre die Inzidenzraten: So fand sich nach zwei Jahren bei fünf Prozent der unter 40-Jährigen ein zytologisch auffälliger Befund, bei drei Prozent eine Dysplasie und 0,5 Prozent waren an einem Zervixkarzinom erkrankt. Im zweiten Jahr wurde bei etwa 9,4 Prozent der Frauen mit auffälligem Pap-Test Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert, bei 62,5 Prozent eine Dysplasie. Daher sehen die Studienautoren ein Screening-Intervall von zwei Jahren für diese Altersgruppe als angemessen.

Für Frauen zwischen 40 und 59 Jahren erweitern die Studienautoren den Zeitraum auf zwei bis drei Jahre, in diesem Zeitraum war das Dysplasierisiko am höchsten. In den Jahren 2 und 3 war bei vier bzw. fünf Prozent der 40–49-Jährigen der Befund auffällig sowie bei zwei und drei Prozent der 50–59-Jährigen. Bei wiederum zwei Prozent der 40–49-Jährigen und bei ein Prozent der 50–59-Jährigen wurde innerhalb dieses Zeitraums eine Dysplasie nachgewiesen. An Gebärmutterhalskrebs erkrankten 0,1 Prozent der 40–49-Jährigen, von den 50–59-jährigen Frauen keine. Einen Erkrankungsgipfel gab es nicht.

Bei den über 60-Jährigen blieb das Risiko während der gesamten fünf Jahre konstant niedrig: Weniger als drei Prozent hatten in dem Zeitraum einen auffälligen zytologischen Befund. Eine Dysplasie fand sich bei weniger als 0,5 Prozent und an einem Zervixkarzinom erkrankte keine der Frauen.

Empfehlungen

Die Studienautoren wollen diese Ergebnisse mit Vorsicht verstanden wissen. Für endgültige Aussagen zum optimalen Screening-Intervall bedarf es weiterer, vor allem prospektiver Studien. Für die Ausarbeitung sinnvoller Empfehlungen müssten zudem zwingend der HPV-Status und eventuelle Impfungen berücksichtigt werden. Beides war hier nicht der Fall.

Die US-Gesundheitsbehörde U.S. Preventive Services Task Force und die American Cancer Society ACS sprechen sich in ihren 2012 veröffentlichten Empfehlungen für weit längere Zeitabstände aus. Sie empfehlen, alle drei bis fünf Jahre zu screenen, und klammern Frauen unter 21 und über 65 Jahren völlig aus, vorausgesetzt, die über 65-Jährigen hatten früher an einem leitliniengerechten Screening teilgenommen. Allerdings basieren deren Früherkennungskonzepte nicht allein auf dem Pap-Test, sondern berücksichtigen auch den HPV-Nachweis.

Quelle: Kobayashi D et al.: Arch Gynecol Obstet 2012; doi: 10.1007/s00404-012-2588-8

springermedizin.de, Ärzte Woche 45/2012

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