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Zahnheilkunde 26. Juli 2012

Zahnvorsorge zeigt Wirkung

Immer mehr Kinder in Salzburg sind kariesfrei.

Nach fünf Jahren liegt nun erneut eine österreichweite Länderzahnstatus-Erhebung vor. Die Ergebnisse sind erfreulich für Salzburg: 15% mehr Kinder sind kariesfrei als noch im Jahr 2006. Vor allem die Detailergebnisse haben sich massiv verbessert - so ging die Zahl der unbehandelten kariösen Zähne um 30% zurück.  

Gemeinsame Reform

"Wir haben die richtigen Maßnahmen getroffen. Der eingeschlagene Weg in der Kariesprophylaxe hat sich als richtig erwiesen", betont Landeshauptfrau Gabi Burgstaller. Nach einem im Ländervergleich schlechten Abschneiden starteten das Land Salzburg und die SGKK gemeinsam eine Reform der Zahngesundheitsvorsorge. Seit 2011 wurden Reihenuntersuchungen durch die Patenzahnärzten der Landeszahnärztekammer in den Volksschulen durchgeführt, die Zahngesundheitserziehung in den Kindergärten neu organisiert und der Schwerpunkt Elternarbeit eingeführt.

Rund 660.000 Euro im Jahr werden je zur Hälfte von Land und Sozialversicherung finanziert. "Jedes einzelne Kind, das gute Zähne hat, ist ein Gewinn und jeder Euro, der dazu beiträgt, ist gut investiert", betont der Obmann der SGKK, Siegfried Schluckner.

Massive Verbesserung 

Im Jahr 2011 erhob das Österreichische Bundesinstitut für Gesundheitswesen (ÖBIG) erneut den Zahnstatus der österreichischen 6-jährigen Kinder. Fünf Jahre zuvor - im Jahr 2006 - waren in Salzburg 32% der 6-jährigen kariesfrei laut WHO-Definition gewesen. Die Kinder mit Karies wiesen im Durchschnitt 3,8 unbehandelte Zahnflächen mit Kariesbefall auf und 3,7 "sanierte" kariöse Zähne - also entweder entfernte oder mit Füllungen versehene Zähne. Diese Zahlen haben sich massiv verbessert. In der aktuellen Erhebung sind 37% der 6-jährigen Salzburger Kinder vollkommen kariesfrei. Diejenigen Kinder mit Karies weisen nur mehr 2,9 unbehandelte kariöse Zahnflächen und 3,0 "sanierte" kariöse Zähne auf. Dies entspricht einem Anstieg der kariesfreien Kinder von rund 15%. Bei den unbehandelten kariösen Zähnen - also einem der größten Zahnprobleme - handelt es sich um einen Rückgang von rund 30% - also fast einem Drittel. 

Vorsorge neu gestaltet 

Im Jahr 2010 wurde das Programm zur Zahngesundheitsvorsorge neu gestaltet. Der AVOS - Arbeitskreis für Vorsorgemedizin - ist mit der Organisation beauftragt, die Landeszahnärztekammer führt seither mit ihren Patenzahnärzten die Reihenuntersuchungen in der Volksschule durch. "Die Schulkinder der 2. Klassen werden von uns Zahnärzten und Zahnärztinnen in den Schulen oder in unseren Ordinationen untersucht und erhalten eine Rückmeldung an die Eltern. Dadurch erreichen wir auch diejenigen Kinder, die sonst keinen Zahnarzt aufsuchen", erklärt die Vizepräsidentin der Landeszahnärztekammer, Dr. Margarita Gradl. "Ohne das Engagement der Landeszahnärztekammer mit ihren PatenzahnärztInnen wäre dieses Projekt nicht realisierbar gewesen. Die Reihenuntersuchungen sind ein wesentlicher Eckpfeiler der verbesserten Zahngesundheitsvorsorge für Salzburgs Kinder", betont Landeshauptfrau Burgstaller.

Weitere Eckpunkte der neuen Kariesprophylaxe sind ein intensiviertes Vorsorgeprogramm in Kindergärten sowie der Aufbau von Elternarbeit in Elternberatungsstellen, Kindergärten, Schulen und anderen Einrichtungen. Ziel ist es, Kinder im Vorschulalter auf spielerische Art zu regelmäßiger Zahnhygiene zu animieren. Zum einen tragen gesunde Milchzähne ganz wesentlich dazu bei, dass sich ein gesundes und intaktes Gebiss entwickelt. Andererseits werden gesundheitliche Maßnahmen, die bereits während der Kindheit erlernt werden, mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch im Erwachsenenalter beibehalten. Gesundheit beginnt bei den Zähnen, deshalb ist Zahnhygiene vom ersten Zahn an besonders wichtig. Mit einfachen Maßnahmen können Eltern dazu beitragen, die Milchzähne ihrer Kinder gesund zu halten, damit diese nicht zu früh durch Karies zerstört werden und später komplizierte Zahlregulierungen notwendig sind.

Im Österreich-Vergleich liegt Salzburg noch immer unter dem Durchschnitt von rund 50% Kindern mit kariesfreiem Gebiss. Die aktuellen Ergebnisse zeigen aber in Salzburg deutliche Verbesserungen und sind damit ein Beleg, dass die eingeleiteten Reformen in der Zahngesundheitsvorsorge die richtigen Maßnahmen waren. "Wir setzen diesen eingeschlagenen Weg für die Zahngesundheit unserer Kinder fort. Unser Ziel ist es, dass möglichst viele Kinder gesunde Zähne und daher keine Angst vor dem Zahnarzt haben", erklären Landeshauptfrau Burgstaller und SGKK Direktor Harald Seiss.

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