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Allgemeinmedizin 21. Juni 2012

Bewegung tut nicht jedem gut

Kardiologie

Bei einigen Menschen reagieren Risikoparameter wie Blutdruck und Cholesterin eher ungünstig auf Bewegungstraining.

In zahlreichen Studien konnte gezeigt werden, dass einschlägige Einflussfaktoren für Koronar- oder Diabeteserkrankungen wie Blutdruck, Plasmalipide oder Insulinsensitivität durch Ausdauertraining günstig beeinflusst werden. Zu diesen zählt unter anderem die in den 1990er Jahren durchgeführte HERITAGE-Studie.

Bei der Analyse der Daten fiel allerdings schon damals eine gewisse interindividuelle Variabilität in der Veränderung von Risikofaktoren auf. Bei immerhin rund acht Prozent der Probanden, die fünf Monate lang ein kontrolliertes Trainingsprogramm absolvierten, zeigten sich ein oder mehrere Parameter des Risikoprofils ungünstig verändert.

Jetzt bestätigt eine Metaanalyse aus sechs Interventionsstudien inklusive HERITAGE diese Beobachtung. Bei insgesamt 1.687 Probanden wurden die Auswirkungen unterschiedlich strukturierter und zeitlich befristeter Trainingsprogramme untersucht.

Ermittelt werden sollte der Anteil der Probanden, bei denen das regelmäßige Belastungstraining über 20 bis 24 Wochen einen als ungünstig klassifizierten Effekt hatte. Als solcher galten ein systolischer Blutdruckanstieg um 10 mmHg oder mehr, ein Anstieg der Triglyzeride um 36,7 mg/dl oder mehr, ein Anstieg der Nüchtern-Insulinspiegel um 3,4 mU/l oder mehr und ein Abfall des HDL-Cholesterins um mindestens 4,6 mg/dl.

Bei jedem Zehnten ungünstig

Für jeden dieser vier Parameter ergab die Analyse im Schnitt bei etwa zehn Prozent aller Probanden eine ungünstige Veränderung, und zwar beim Blutdruck (12,2%), beim Triglyzeridspiegel (10,3%), beim Nüchtern-Insulin (8,3%) und beim HDL-Cholesterin (13,3%). Bei rund sieben Prozent der Studienteilnehmer tendierten sogar zwei oder mehr Parameter in die falsche Richtung.

Bouchard C et al.: PLoS ONE 7(5): e37887. DOI:10.1371/journal.pone.0037887

springermedizin.de/ob, Ärzte Woche 25 /2012

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