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Neurologie 29. Mai 2012

30. Mai - Welt-MS-Tag: Studie zu Fischöl bei Multipler Sklerose

Schützt die Supplementation von Omega-3-Fettsäuren vor MS-Schüben?

Omega-3-Fettsäuren wird eine antientzündliche und neuroprotektive Wirkung zugeschrieben. Mit diesen Eigenschaften könnte eine Supplementation für Patienten mit Multipler Sklerose vorteilhaft sein. In einer randomisierten Studie sollte nun geklärt werden, ob sich einzelne positive Vorergebnisse bestätigen lassen. Doch weder bei der Zahl der Schübe noch bei den Läsionen im MRT waren im Vergleich zur Placebogruppe Vorteile durch die Einnahme der Omega-3-Fettsäuren zu erkennen.

Die norwegischen Wissenschaftler wollten wissen, ob es Patienten mit Multipler Sklerose Vorteile bringt, wenn sie Omega-3-Fettsäuren einnahmen oder diese mit Interferon-beta-1a kombinierten. In der doppelblinden Studie untersuchten die Autoren zwischen 2004 und 2008 die Wirkung einer solchen Supplementationstherapie an 91 Patienten mit Multipler Sklerose. Die Probanden waren zwischen 18 und 55 Jahre alt. Der Schweregrad der Behinderung auf der Expanded Disability Status Scale (EDSS, von 0–10) lag im Mittel bei 5,0. Die Hälfte der Probanden erhielt täglich 1350 mg Eicosapentaensäure (EPA) und 850 mg Docosahexaensäure (DHA), Omega-3-Fettsäuren, die in besonders hoher Konzentration im Fisch enthalten sind. Die andere Hälfte erhielt Placebo. Nach sechs Monaten wurde allen Probanden weitere 18 Monate lang zusätzlich 44 µg Interferon Beta-1a dreimal pro Woche verabreicht. Wie erwartet, reduzierte sich ab diesem Zeitpunkt die im MRT erkennbare Krankheitsaktivität signifikant.

Fazit der Autoren

Omega-3-Fettsäuren konnten weder in der Monotherapie noch in Kombination mit Interferon beta die Krankheitsaktivität bei Patienten mit Multipler Sklerose beeinflussen. Damit steht die Untersuchung im Widerspruch zu früheren Untersuchungen. Als Schwachpunkte der Studie sehen die Autoren u.a. die evtl. zu kurze Beobachtungszeit von 24 Monaten. Möglicherweise war auch Zahl der Probanden zu gering, um leichte oder mittelgroße Behandlungserfolge erfassen zu können. Da allerdings nicht einmal ein Trend für eine Verbesserung erkennbar war, halten die Autoren diesen Punkt für vernachlässigbar.

 

 

Quelle: Torkildsen Ø et al. Omega-3 fatty acid treatment in multiple sclerosis: A randomized, double-blind, placebo-controlled trial. Arch Neurol 2012; DOI: 10.1001/archneurol.2012.283.

springermedizin.de/cs, springermedizin.at

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