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Grundsatz mit Evidenzstärke A: Jeder Arzt sollte jedem Patienten, der raucht, auf kurze, prägnante Art raten, das Rauchen aufzugeben.

Standards der Tabakentwöhnung Konsensus der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie
Lichtenschopf, Alfred 199 Seiten, € 19,41 Springer Wien 2012 9783709109786

 
Allgemeinmedizin 25. Mai 2012

In der Kürze liegt die Würze

Fünf Minuten für die Rauchentwöhnung: Ärztliche Beratung und psychosoziale Behandlung. Teil 1 einer Serie für den Rauchstopp.

Inwieweit sind Beratung und psychosoziale Behandlung in der Tabakentwöhnung effektiv? Welche Interventionen und Therapieelemente für Raucher, abstinenzmotivierte Raucher, für konsonante Raucher und für Raucher, die erst seit kurzer Zeit abstinent sind, können für die Praxis evidenzbasiert empfohlen werden?

Eine Zusammenfassung zu spezifischen Kurzinterventionen.

 

Es liegt eine Reihe von Ergebnissen und Schlussfolgerungen von großen Meta-Analysen in Bezug auf Beratung und psychosoziale Behandlung vor, anhand derer der Grad der wissenschaftlichen Evidenz ermittelt wurde: Die Meta-Analysen der „Cochrane Tobacco Addiction Group (Cochrane Reviews)“ und der „Clinical Practice Guideline, Treating Tobacco Use and Dependence: Update 2008“ des United States Department of Human Health and Services, in Folge kurz „Update 2008 des USDHHS“ genannt, publiziert von Fiore et al.

Spezifische Kurzinterventionen sind oft der erste Anstoß für RaucherInnen zur Veränderung des Rauchverhaltens. Diese Interventionen, die kürzer als zehn Minuten sind, können von allen Experten im Gesundheitssystem angeboten werden, sind aber besonders für jene relevant, die eine große Bandbreite von Patienten sehen und an enge Zeitvorgaben gebunden sind. Es wird vorgeschlagen, dass Experten im Gesundheitssystem aus den verschiedensten Bereichen diese Kurzinterventionen effektiv implementieren. Drei Patientengruppen sollen mit Kurzinterventionen konfrontiert werden: abstinenzmotivierte Raucher, stabile Raucher und Raucher, die erst seit kurzer Zeit abstinent sind.

Strategien zur Kurzintervention

Die Gesprächsstruktur der „5 As“ (Ask, Advise, Assess, Assist, Arrange) wird für abstinenzmotivierte Raucher empfohlen, wobei Experten im Gesundheitssystem in jedem Fall die ersten „3 As“ durchführen sollten (Tab 1).

Für konsonante Raucher werden Techniken des „Motivational Interviewing“ (Motivierende Gesprächsführung) empfohlen (Express Empathy, Develop Discrepancy, Roll with Resistance, Support Self-Efficacy). Die vier grundlegenden Elemente werden kurz angeführt (Tab 2).

Auch die Strategien der „5 Rs“ (Relevance, Risks, Rewards, Roadblocks, Repetition) spielen bei dieser Patientengruppe eine Rolle (Tab 3).

Raucher, die seit sehr kurzer Zeit abstinent sind, sind besonders rückfallgefährdet und benötigen deshalb spezifische Kurzinterventionen zu Themen, die mit der kurzen Abstinenz oder Entzugssymptomen zusammenhängen. Auch zu dieser Patientenengruppe werden Empfehlungen und Strategien zur Kurzintervention wie positive Verstärkung und Motivation zur Aufrechterhaltung der Abstinenz gegeben.

 

Auszug aus: Lichtenschopf, A: Standards der Tabakentwöhnung, Kapitel 2.

Als E-Book auf SpringerLink

 

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