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Onkologie 26. November 2011

Bewegung und Karzinogenese

150 Minuten Ausdauertraining pro Woche verringern das Krebsrisiko um bis zu 30 Prozent.

Gesundheitsförderung, Prävention, ökonomische Aspekte im Gesundheitsbereich und Maßnahmenevaluation. Das waren die Schwerpunkte des dritten Europäischen Forums für Evidenzbasierte Prävention.

Krebs ist die zweithäufigste Todes- und Morbiditätsursache in Europa. Etwa 36.000 Menschen in Österreich erkranken jährlich an Krebs. Wissenschaftlich ist der Nutzen von Krebsprävention nicht unumstritten. Studien belegen, dass sie mitunter auch mehr Schaden als Nutzen verursachen kann.

Was Tumore und Bewegung gemeinsam haben, macht man sich nun in der Krebs-Vorsorge zunutze. DI Dr. Barbara Wessner vom Zentrum für Sportwissenschaft und Universitätssport der Uni Wien berichtete von neuen Studien, die belegen, dass sowohl in der Tumorentwicklung als auch bei durchaus moderater Bewegung im Körper sogenannter „Oxidativer Stress“ entsteht. Durch die Sauerstoffaufnahme und -umsetzung in Energie werden freie Radikale freigesetzt, die DNA, Proteine und Lipide in den Zellen nachhaltig schädigen können.

Normalerweise verfügt der Körper über ein Abwehrsystem, das diese Schädigung verhindert. Im Falle einer Tumorerkrankung kann sich der Körper nicht mehr gegen den „Oxidativen Stress“ wehren und die Zellen werden geschädigt.

Wer regelmäßig Bewegung macht, trainiert das körpereigene Abwehrsystem. Die Guidelines liegen derzeit bei zweieinhalb Stunden pro Woche Ausdauersport wie Wandern, Laufen, Radfahren oder Schwimmen bis zum leichten Schwitzen. Zweimal pro Woche empfiehlt Doz. Dr. Günther Neumayr (Innere Medizin/Kardiologie/Sportmedizin, Lienz) zusätzliche Herausforderungen an die Kondition bis zur Atemlosigkeit.

In jedem Fall senkt regelmäßiges Training das Risiko, an Brustkrebs oder Darmkrebs zu erkranken, um 15 bis 30 Prozent. Im Falle des Prostatakarzinoms sind die Daten jedoch nicht eindeutig.

Wer statt mit schweißtreibenden Aktivitäten die durch Oxidativen Stress freigesetzten freien Radikale lieber mit Antioxidanzien wie die Vitamine A, C, E oder B abfangen will, hat leider Pech. Wie die letzten Studien zeigen, verhindert die Einnahme von Antioxidanzien zum Abfangen der freien Radikale die Tumorentwicklung nicht.

„Wohl aber spielt die Qualität der Nahrung – frisch gekochtes, ballaststoffreiches Essen mit Gemüse, Obst und wenig rotem Fleisch – eine wichtige Rolle“, sagt Prof. Dr. Norbert Bachl vom Österreichischen Institut für Sportmedizin, UniWien. In Bezug auf Bewegung analysierte Neumayr in zahlreichen Studien, dass eine höhere Intensität der Bewegung – länger und intensiver bis zum Außer-Atem-Kommen – das Risiko weiter senkt. „Wer allerdings mit Bewegung dem Brust- oder Darmkrebsrisiko vorbeugen will, sollte so früh wie möglich damit beginnen“, sagt Wessner.

www.eufep.at

 

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