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Dr. Sylvia Hartl. Präsidentin der ÖGP
 
OEGP 2011 19. Oktober 2011

Masterplan Pneumologie

Sylvia Hartl übernimmt die Präsidentschaft der wissenschaftlichen Lungengesellschaft.

Nach 66-jährigem Bestehen der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie war es nun wohl an der Zeit, dass eine Frau das Ruder in die Hand nimmt. Dass es nun Dr. Sylvia Hartl ist, lag auf der Hand, ist sie doch international u.a. in der Europäischen Respiratorischen Gesellschaft bereits sehr erfolgreich tätig und angesehen.

 

Sie hat viel vor, in ihrer Funktionsperiode. Der „Masterplan Pneumologie“ soll das Profil der Lungenheilkunde in Österreich schärfen: „Es gilt, Zukunftsperspektiven für unser Fach zu entwickeln und diese dann konsequent zu verfolgen“, so die an der 1. Internen Lungenabteilung am Otto Wagner Spital in Wien beruflich tätige Lungenfachärztin.

Drei Schwerpunkte stehen im Zentrum des auf fünf Jahre ausgelegten Masterplans, der in jährlich zwei Strategiesitzungen erörtert werden wird, wo Ziele formuliert und die Umsetzungsergebnisse kontrolliert werden sollen.

Zum Ersten soll der Nachwuchs gezielt gefördert werden. Die Studenten von heute seien die Lungenfachärzte von morgen, deshalb sei es wichtig, so Hartl, ihnen zu sagen, welche Karriere sie in diesem Fach machen können. Hartl: „Wir brauchen ein Marketingkonzept, um Studenten, die wir für Pneumologie begeistern wollen, einen Einblick zu geben, wie interessant und vielfältig dieses Fach ist.“

Struktur und Vernetzung

Ein zweites wesentliches Ziel der neuen Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP) ist die Verbesserung der Qualität der Patientenbetreuung. Wie die Ärzte Woche berichtete, gibt es in ganz Österreich nur 17 Lungenabteilungen, dazu kommt in vielen Schwerpunktkrankenhäusern eine krasse Unterversorgung. Hartl betont, dass sich aus diesen Erkenntnissen ein eklatanter Bedarf an Qualitätsverbesserung ergebe: „Wir müssen darüber nachdenken, welche Aufgaben die Pneumologen haben und was von anderen Fächern, etwa der Allgemeinmedizin, übernommen werden kann.“ Freilich müsste bei solchen Vernetzungen das pneumologische Wissen der Partner verbessert werden, was nicht von heute auf morgen möglich sei.

Das dritte erklärte Ziel im „Masterplan Pneumologie“ ist das Übernehmen der Anwaltschaft für Patienten in Sachen Lungengesundheit. Die Bevölkerung müsse aufgeklärt werden, was sie zur Lungengesundheit beitragen könne und über Risikofaktoren, Prävention und geeigneten Lebensstil informiert werden. Große Kampagnen seien aber nicht möglich. „Hier ist die Gesundheitspolitik gefordert“, so die ÖGP-Präsidentin.

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