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Gastroenterologie 5. Juli 2011

Burgenland gegen Dickdarmkrebs

B-PREDICT: Burgenland Prevention Trial of Colorectal Cancer Disease with Imunological Testing.

„Dickdarmkrebs ist, rechtzeitig erkannt, heilbar, ja sogar vermeidbar.“ Ein Slogan, der von einem Teil der Bevölkerung noch nicht verstanden oder akzeptiert wird. Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, die Inzidenz des kolorektalen Karzinoms zu senken.

 

Wir, das sind das Land Burgenland mit dem Herrn Landesrat Dr. Peter Rezar, die Ärztekammer, die Sozialversicherungen, die Burgenländische Krankenanstalten GesmbH, der Konvent der Barmherzigen Brüder Eisenstadt, die Gemeindebünde und der Städtebund, die Patientenanwaltschaft, Österreichische Krebshilfe Burgenland sowie die Autoren als Projektleiter. Die Zielgruppe für das Screening ist die gesamte Population des Burgenlandes zwischen 40 und 80 Jahren. Seit 2003 werden etwa 145.000 Personen im Burgenland im Jahr in eine Vorsorgekampagne einbezogen. Mittels Stuhlproben wird auf okkultes Blut getestet. Mit dieser Screeningmethode kann im Burgenland in der Zielgruppe eine jährliche Teilnahmerate von 34 Prozent erreicht werden. 60 Prozent der Burgenländer haben sich mindestens einmal in unserem Programm auf okkultes Blut testen lassen.

Die Terminplanung für den Stuhltest in den einzelnen Gemeinden erfolgt durch die BGKK. Sie erhält die Adressen vom Hauptverband. Danach werden die Adressen an eine Logistikfirma weitergegeben, welche die Proberöhrchen mit Name und Strichcode versieht und, zusammen mit einer Testanweisung verpackt, an die Gemeinden des Burgenlandes aussendet. Die Zustellung der Stuhltests erfolgt persönlich durch Gemeindebedienstete. In den Gemeinden stehen Sammelstellen zur Abgabe der abgegebenen Proben zur Verfügung. Die gesammelten Teströhrchen werden zum Gemeindearzt gebracht, der die Teströhrchen überprüft und an das Laborinstitut Dr. Lang weiterleitet, wo die maschinelle quantitative Auswertung der Proben erfolgt. Proben mit einem Hämoglobinantikörperanteil von über 50 Pikogramm werden als positiv bezeichnet. Der Hausarzt verständigt seine positiven Teilnehmer, die nun über die kurative Verrechnung laufen. Mit den Patienten wird die Koloskopie in einem Krankenhaus oder bei einem niedergelassenen Endoskopiker geplant. Die Dokumentation der Koloskopie erfolgt nach einem standardisierten Protokoll.

Alle Krankenanstalten und freiberuflichen Endoskopiker sind bei der Qualitätskontrolle der ÖGGH zertifiziert.

Die Aktion wurde im Jahre 2003 in drei Bezirken begonnen, jährlich um einen Bezirk erweitert und ist seit 2006 flächendeckend. In diesen Jahren wurden 907.646 Teströhrchen ausgegeben, 308.802 retouniert, wobei 27.077 positiv waren.

Unsere vorläufigen Ergebnisse: Es konnten 270 Karzinome (Dukesstadium: 129A 56B 43C 27D 15X), 192 Polypen mit hochgradiger Zellatypie, 2.142 Träger von Hochrisikopolypen sowie 2.692 Personen mit Low-risk-Polypen entdeckt werden.

Die Finanzierung unserer Aktion erfolgt über das Budget des Landes Burgenland in der Höhe von 320.000 Euro jährlich.

 

Dr. Karl Mach und Dr. Gernot Leeb sind am Landeskrankenhaus Oberpullendorf tätig.

 

Aktualisierte Fassung des Artikels aus dem Magazin wmw skriptum 7/2011.

© Springer-Verlag

Von K. Mach und G. Leeb , Ärzte Woche 27/28/2011

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