zur Navigation zum Inhalt
Foto: photos.com
Kampfsportarten machen nicht automatisch aggressiv.
 

Karate mindert Gewaltbereitschaft

Sportliches Training kommt Kindern und Jugendlichen auf mehreren Ebenen zugute.

Eine deutsche Studie zeigt, dass sportliches Training tendenziell zu einer Abnahme der Gewaltbereitschaft führt, das Selbstbewusstsein erhöht und die emotionale Befindlichkeit verbessert. Karate macht Kinder und Jugendliche nicht aggressiver, sondern hilft gerade schüchternen Burschen.

 

Im Rahmen eines Forschungsprojekts untersuchten Regensburger Wissenschaftler den Einfluss von Sporttraining auf die Gewaltbereitschaft und auf das Selbstbewusstsein von Kindern und Jugendlichen. Wissenschaftlich geleitet wurde das Projekt „Veränderung von Gewaltbereitschaft, Selbstbewusstsein und emotionaler Befindlichkeit bei Kindern bzw. Jugendlichen durch Sporttraining“ von Prof. Dr. Petra Jansen vom Institut für Sportwissenschaft und von Dr. Katharina Dahmen-Zimmer vom Institut für Experimentelle Psychologie der Universität Regensburg.

Im Rahmen der Projektstudie nahmen zwei Gruppen männlicher Schüler von zwei Regensburger Hauptschulen an einem Sporttraining teil: eine Gruppe an einem längeren Karate-Training, die andere Gruppe an einem Tischtennistraining. Über psychologische Testverfahren wurden dabei Gewaltbereitschaft, Selbstbewusstsein und emotionale Befindlichkeit bei den Probanden erfasst. Die Untersuchungen zeigten, dass das sportliche Training tendenziell zu einer Abnahme der Gewaltbereitschaft führte, dass das Selbstbewusstsein der Versuchspersonen zunahm und sich ihre emotionale Befindlichkeit verbesserte. Karate scheint demnach – entgegen landläufiger Meinungen – die Gewaltbereitschaft von Kindern und Jugendlichen nicht zu fördern, sondern diese maßgeblich zu mindern.

Die Erhöhung des Selbstbewusstseins der Probanden und die Verbesserung ihrer emotionalen Befindlichkeit legen darüber hinaus den Schluss nahe, dass sportliches Training – gerade auch im Falle von Karate – eher schüchterne oder schwächere Kinder und Jugendliche fördern und stärken kann.

 

Universität Regensburg/PH, Ärzte Woche 10 /2011

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben