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Neurologie 1. Dezember 2010

Cognitive function in elderly marathon runners: Cross-sectional data from the marathon trial (apsoem)

HINTERGRUND: Die kognitive Beeinträchtigung von älteren Menschen trägt zur Morbidität, Verlust der Lebensqualität und Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit in alternden westlichen Gesellschaften bei. Strategien zur Erhaltung der kognitiven Fähigkeiten im hohen Alter stellen daher eine große Herausforderung für die Arbeitsmedizin dar.

ZIEL: Festzustellen, ob intensives Ausdauertraining mit einer verbesserten kognitiven Leistungsfähigkeit verbunden ist, und ob brain-derived neurotrophic factor (BDNF) und insulin-like growth factor (IGF) durch Ausdauertraining erhöht werden.

METHODIK: Aktive ältere Marathonläufer oder Radfahrer über 60 Jahre wurden angeworben und einer inaktiven Kontrollgruppe nach Alter, Geschlecht und Bildungsjahren gegenübergestellt. Nachdem laut Studienprotokoll Personen mit verschiedenen Krankheiten ausgeschlossen wurden, konnten 56 Athleten und 58 Kontrollpersonen für Folgeuntersuchungen herangezogen werden. Der Einfluss von Ausdauertraining auf kognitive Funktionen wurde durch die Vienna Neuropsychologische Testbatterie (VNTB) und die CERAD Testbatterie (Consortium to Establish a Registry for Alzheimer's Disease) gemessen. Andere relevante Ergebnisse waren die Werte der humoralen Wachstumsfaktoren (BDNF und IGF-1), Apo ε4 Carrierfrequenz und Selbsteinschätzungen. ERGEBNISSE: Die Leistung der älteren Marathongruppe war nur bei einer spezifischen kognitiven Aufgabe besser (beim Five Point Test, p = 0,04) und fast signifikant besser in einem zusätzlichen Test (NAI Stroop Test, p = 0,08). Weder BDNF noch IGF-1 hatten einen Bezug zur Dauer des täglichen Ausdauertrainings, und kein Unterschied wurde bei den Basalwerten dieser Wachstumsfaktoren in den Trainings- und Kontrollkohorten gefunden. Interessanterweise fanden wir auch signifikant reduzierte BDNF-Werte bei Personen mit Alzheimerkrankheit in der Familie trotz Beibehaltung der normalen kognitiven Leistung (p = 0,01).

SCHLUSSFOLGERUNG: Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass umfassendes Ausdauertraining für die Erhaltung der kognitiven Funktionen von älteren Menschen nützlich sein könnte. Längsschnittdaten dieser prospektiven Kohortenstudie sind notwendig, um diese möglichen Auswirkungen auf Kognition zu bewerten. Zusätzlich zeigen unsere Daten, dass die nützlichen Auswirkungen von Ausdauertraining nicht mit der Hochregulation von Neurotrophinen wie BDNF und IGF-1 verbunden sind. Da wir reduzierte BDNF-Werte bei Personen mit einer positiven Familiengeschichte von Alzheimer fanden, vermuten wir, dass eine BDNF-Senkung einer kognitiven Beeinträchtigung vorausgehen könnte.

Robert Winker, Ina Lukas, Thomas Perkmann, Helmut Haslacher, Elisabeth Ponocny, Johann Lehrner, Dimiter Tscholakoff, Peter Dal-Bianco, Wiener klinische Wochenschrift 23/24/2010

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