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Karikatur: Thomas Wizany

v.l.: Erich Hettegger, Fachgruppenobmann Landesgremium Energiehandel WKS, Dr. Peter Kowatsch, Vorsorgereferent der Ärztekammer Salzburg, Erika Scharer, Landesrätin für Gesundheit und Soziales, Univ. Prof. Dr. Günter Janetschek, Vorstand Universitätsklinik für Urologie & Andrologie der SALK.

 
Urologie 1. Dezember 2010

Männer dort abholen, wo sie sind

Wenn Vorsorgemuffel nicht zum Arzt kommen, ist Kreativität gefragt.

Die 2009 gestartete Initiative „Salzburger Männergesundheit“ ging im November mit der Kampagne „Klare Sicht auf Ihre Gesundheit“ in die zweite Runde. Kooperationspartner waren diesmal Tankstellen: Insgesamt 66 nahmen an der Aktionswoche vom 8. bis 13. November teil.

Eine Woche lang wurden Salzburger Tankstellenkunden mit praktischen Give-aways an die Vorsorgeuntersuchung erinnert. Die Kunden erhielten „Männergesundheits-Packages“, bestehend aus einem „Männergesundheits“-Scheibenwischtuch und einer Männer-Service-Broschüre.

Insgesamt wurden für die Aktion 2010 30.000 Wischtücher und Broschüren produziert. Der Inhalt dieser Broschüren: typische Männerkrankheiten, ihre Symptome und nützliche Tipps. „Wir wollen den Männern zeigen, welche Krankheiten aus welchen Gründen so bedrohlich sein können, und ihnen nützliche Tipps geben, wie sie sich ihre Gesundheit länger erhalten“, erklärt Dr. Kowatsch. Thematisiert wurden Prostatakarzinome, Potenzstörungen und ihr Zusammenhang mit Kreislauferkrankungen, Herzkrankheiten, Alkoholsucht, Rauchen, Burn Out sowie die speziellen Ausprägungen von Depressionen bei Männern.

Zusätzlich sorgten Ärzte täglich an je zwei Tankstellen für „klare Sicht“ bei den Fahrzeuglenkern. Abschließend fand am unter dem Titel „Let’s talk about sex – Warum Männer mehr auf ihre Gesundheit achten sollten” im Vita Club Süd ein kabarettistischer Gesundheitsabend für Männer statt.

„Keine Zeit für die Gesundheit“

Die Initiative „Salzburger Männergesundheit“ wurde im Jahr 2009 von der Salzburger Landesregierung, der Ärztekammer und den Landeskliniken gegründet. Das Ziel dieser Initiative ist, bei Salzburgs Männern das Bewusstsein für einen eigenverantwortlichen Umgang mit ihrer Gesundheit zu wecken und mehr Männer zur regelmäßigen Inanspruchnahme der Vorsorgeuntersuchung zu bewegen. „Wir wollen vor allem jene Männer ab dem 35. Lebensjahr ansprechen, die voll im Berufsleben stehen und glauben, für die Vorsorgeuntersuchung keine Zeit zu haben“, sagt Dr. Peter Kowatsch, Allgemeinmediziner und Vorsorgereferent der Salzburger Ärztekammer.

Kampagne 2009 ausgezeichnet

Bei der im November 2009 umgesetzten Startkampagne „Auch Mann braucht Wartung“ wurden die Männer dort angesprochen, wo sehr viele von ihnen gerne sind: in Salzburgs Autowerkstätten. Damals fand in neun Autowerkstätten im Land Salzburg ein Aktionstag mit kostenlosen ärztlichen Check-ups und Beratungen statt. Um die Männer an die regelmäßige Inanspruchnahme der Vorsorgeuntersuchung, also das eigene „Service“ zu erinnern, wurden an Werkstätten im gesamten Bundesland mehr als 50.000 Männer-Service-Broschüren ausgegeben und von den Mechanikern dort angebracht, wo Männer auch wirklich hinschauen: an den Rückspiegeln ihrer Autos. Unterstützt wurde die Kampagne vom Landesgremium des Fahrzeughandels und der Landesinnung der Kfz-Techniker.

Erste Erfolge bereits spürbar

Den Erfolg der Startkampagne untermauern zwei Auszeichnungen: der im März 2010 in St. Pölten verliehene „Österreichische Vorsorgepreis 2010“ und der „Salzburger Landespreis für Marketing, Kommunikation und Design 2010“.

Auch wenn die Kampagne 2009 auf breite Resonanz gestoßen ist: Männer sind nach wie vor Vorsorge- und Gesundheitsmuffel. „Würden Männer ihrer Gesundheit ebenso viel Aufmerksamkeit schenken wie ihrem Auto, könnten sie sich einiges ersparen“, sagt Gesundheits-Landesrätin Erika Scharer. Erste Erfolge der Initiative seien jedoch bereits spürbar, sagt Dr. Kowatsch: „In den Praxen der Salzburger Ärzte wird das Thema Vorsorge vor allem durch Männer merkbar häufiger thematisiert.“ Er betont: „Bei der Vorsorgeuntersuchung geht es nicht um die bloße Ermittlung von Körperwerten. Wichtig ist vor allem das vertrauliche Gespräch mit dem Arzt.“

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