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Augenheilkunde 9. November 2010

Erste Erfolge sichtbar

Die weltweite Aktion „Vision 2020“ verbucht zur Halbzeit eine positive Bilanz.

Blindheit vermeiden ist das erklärte Ziel von „Vision 2020 – The Right to Sight“. Anlässlich des Weltaugentags am 14. Oktober wurden aktuelle Daten über den Fortschritt der globalen Initiative veröffentlicht. Sie geben Anlass zur Hoffnung.

Nach von der WHO aktuell veröffentlichten Daten haben weltweit 285,3 Millionen Menschen eine Sehbeeinträchtigung. In den vergangenen zehn Jahren hat „Vision 2020 – The Right to Sight“, eine globale Initiative in Zusammenarbeit der Internationalen Agentur für die Prävention von Blindheit (IAPB) und der WHO, zu einer Verringerung von zehn Prozent der Zahl der sehbeeinträchtigten Menschen auf der Welt geführt. Das wurde bei einem Treffen in Genf veröffentlicht, zu dem die WHO aus Anlass des Weltaugentages eingeladen hatte. Beachtenswert ist, dass diese Verringerung erzielt werden konnte, obwohl die Zahl der Überfünfzigjährigen im selben Zeitraum um 18 Prozent gestiegen ist. Mehr als hundert Länder haben nationale Pläne zur Bekämpfung der Blindheitsursachen erstellt.

Erste Erfolge

5,2 Millionen Menschen sind heute weniger von Blindheit betroffen als noch vor zehn Jahren. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Zahl der blinden Menschen in den vergangenen fünf Jahren von 45 Millionen im Jahr 2004 auf heute 39,8 Millionen gesunken ist, eine Verringerung um 13 Prozent allein in den vergangenen sechs Jahren.

„Das ist ein großartiger Erfolg. Ohne die gemeinsamen Anstrengungen der WHO, der Nichtregierungsorganisationen wie „Licht für die Welt“, der Augenärzte und Gesundheitsministerien in den am stärksten von Blindheit betroffenen Ländern wäre die Zahl der blinden Menschen auf 55 Millionen gestiegen“, freut sich Rupert Roniger, Geschäftsführer von „Licht für die Welt“. Langfristig soll die Initiative die bestmögliche Sehkraft für alle Menschen gewährleisten.

Jede Minute erblindet ein Kind

Neun von zehn blinden Menschen leben in den Armutsgebieten der Erde. Dort erblindet alle fünf Sekunden ein Mensch, jede Minute ein Kind. Um die ehrgeizigen Ziele von „Vision 2020“ zu erreichen, die Hauptursachen der vermeidbaren Blindheit bis zum Jahr 2020 zu eliminieren, muss noch viel getan werden. Die Hauptursache für Sehbehinderung ist der unkorrigierte Sehfehler, der weltweit für jede zweite Beeinträchtigung der Sehkraft verantwortlich ist. Während Infektionskrankheiten wie Trachoma und Flussblindheit in zehn Jahren eradiziert sein sollen, steigt die Prävalenz von chronischen Erkrankungen, die zur Blindheit führen – wie etwa Katarakt, AMD und die diabetische Retinopathie – weltweit an, auch in der entwickelten Welt.

Situation in Österreich

Laut Behindertenbericht 2008 haben in Österreich 318.000 Personen eine dauerhafte, schwerwiegende Sehbeeinträchtigung. Valide Daten sind jedoch Mangelware, bereits seit 15 Jahren wurde keine Studie mehr zu dem Thema gemacht.

 

Quelle: Pressekonferenz zum 1. Wiener Augentag am 14. Oktober 2010, Pressemeldung zum Weltaugentag von Vision 2020.

www.vision2020.org

Von Inge Smolek, Ärzte Woche 45 /2010

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