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Allgemeinmedizin 27. Oktober 2010

„Krebs ist Schicksal“

Frauen, die medizinischen Vorsorgemaßnahmen und dem Verlauf einer Krankheit skeptisch gegenüberstehen, sind nicht motiviert, an Früherkennungsprogrammen zur Erkennung von Gebärmutterhals-, Brust- und Dickdarmkrebs teilzunehmen.

In den USA werden Krebsvorsorgeuntersuchungen von Frauen lateinamerikanischer Herkunft am wenigsten in Anspruch genommen. Viele von ihnen glauben, dass sich Krebs nicht verhindern lasse und dass die Diagnose unausweichlich zum Tod führe. Derartige Überzeugungen führen dazu, dass die Vorteile von Screening-Untersuchungen verkannt werden. In elf quantitativen Studien untersuchten die Autorinnen das Verhältnis zwischen Fatalismus und der Einstellung zu Krebsvorsorgeuntersuchungen. Sie wollten wissen, wie sehr dieser Faktor die Entscheidung zur Teilnahme an einem Krebs-Screening beeinflusst, unabhängig vom niedrigen sozioökonomischen Status und dem oftmals begrenzten Zugang zu medizinischen Leistungen. Um einzuschätzen, wie fatalistisch die Einstellung war, waren die Frauen befragt worden, in welchem Maße sie folgenden Aussagen zustimmten: „Krebs ist wie eine Todesstrafe“, „Krebs ist eine Strafe Gottes“, „Krankheit ist Schicksal“, „Gegen Krebserkrankungen lässt sich wenig ausrichten“, „Die Zukunft sollte nicht beeinflusst werden, weil sie in Gottes Hand liegt“. Die Autorinnen schließen aus den Ergebnissen, dass erst begriffen werden müsse, dass der Fatalismus bei lateinamerikanischen Frauen ein Hauptgrund für ihre geringe Inanspruchnahme von Krebsvorsorgeuntersuchungen ist, um dann wirkungsvolle und angemessene Maßnahmen entwickeln zu können, um ethnisch bedingte Unterschiede im Umgang mit Krebs zu reduzieren.

Quelle: Espinosa de los Monteros, K. und Gallo, L. C.: International Journal of Behavioral Medicine 2010; doi: 10.1007/s12529-010-9119-4

Springer.com/PH, Ärzte Woche 43 /2010

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