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Kleiderstoff kann als Wasserfilter verwendet werden.
 
Infektiologie 25. August 2010

Sari-Kleider können Cholera verhindern

Die traditionellen Sari-Kleider können Familien vor Cholerainfektionen schützen. Der Kleiderstoff wurde zur Filterung von Trinkwasser verwendet. Daraufhin ging die Zahl der Cholerafälle deutlich zurück.

Ein Forscherteam der University of Maryland hat 2003 die Ergebnisse einer Feldforschungsstudie präsentiert, nachdem es Frauen in Bangladesch gezeigt hatte, dass man mit gefalteten Baumwolle-Saris Trinkwasser filtern und damit einer Cholera-Infektion vorbeugen kann. Daraufhin waren die Cholera-Fälle um nahezu 50 Prozent zurückgegangen.

Einfache Wasserfilterung

Obwohl die Resultate vielversprechend waren, befürchteten die Forscher, dass die Praxis in wenigen Jahren schon in Vergessenheit geraten könnte. Fünf Jahre später hat das Forscherteam eine Nachfolgeuntersuchung gestartet, um Nachschau zu halten, ob diese Methode immer noch praktiziert wird. Mehr als 7.000 Frauen aus Dörfern wurden dafür befragt. 31 Prozent von ihnen filterten das Wasser, 60 Prozent verwendeten Sari-Stoff dafür.

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Foto: wikipedia

Nachhaltigkeit der Methode

Zusätzlich konnten die Forscher in einer Kontrollgruppe, die an der ursprünglichen Untersuchung nicht teilgenommen und keine Instruktionen erhalten hatte, 26 Prozent ausmachen, die ihr Trinkwasser ebenfalls filterten. „Das ist ein deutlicher Befund für die Befolgung von Instruktionen und die Nachhaltigkeit der Methode“, so Studienautorin Rita Colwell. „Es zeigt aber auch die Notwendigkeit für eine kontinuierliche Hygiene-Erziehung zur angemessenen Nutzung sowie die Vorteile einer einfachen Filterung.“

Die Forscher haben zudem auch das Vorkommen von Cholera in Haushalten in einer nachfolgenden Studie untersucht. Obwohl statistisch nicht signifikant, fanden sie, dass die Inzidenz der Krankenhausaufenthalte für Cholera um 25 Prozent zurückgegangen war.

Quelle: Huq, A. et al.: mBio 2010; doi: 10.1128/​mBio.00034-10

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