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Foto: http://www.kurhotel-pirawarth.at
In Bad Pirawarth setzt man auf viele alternative Methoden, die alle den Menschen als Ganzes behandeln wollen.
 
Allgemeinmedizin 26. Mai 2010

Wer fürchtet sich vor dem Burnout?

Neue Stressbewältigung: Von burn out zu happy burn.

Ein durchaus positiver Anlass: die Beförderung in eine höhere, verantwortungsvollere Dienstposition. Neben der Freude über die Anerkennung bisheriger Leistungen wächst allerdings der Leistungsdruck, und für den Beförderten ergeben sich neue Fragen: Wie kann ich der neuen Aufgabe gerecht werden, wie reagieren die neuen Arbeitskollegen, was geschieht, wenn ich versage? Um diesen Stress zu bewältigen und die positive Energie des Stress zu nützen, wird im Therapie- und Kurhotel Pirawarth im Weinviertel ein innovatives Burnout-Präventionsprogramm angeboten, bei dem sowohl der Dienstnehmer als auch der Dienstgeber zusammenarbeiten. Häufig ist es ja anders, eine Leistung wird nicht anerkannt, die Beförderung erhält ein anderer Kollege, Enttäuschung und Zweifel an den eigenen Fähigkeiten dominieren – der erste Ansatz für die Entwicklung eines Burnout-Syndroms.

Die Vorbereitung für neue beruflichen Herausforderungen ist nur ein Beispiel für die in Pirawarth entwickelte „Pirafit-Methode zur Prävention und Behandlung von Burnout“. Unter der ärztlichen Leitung von Dr. Andreas Winkler arbeitet ein Team von Ärzten, Sportwissenschaftern, Physiotherapeuten, Psychotherapeuten, Kreativtherapeuten und Diätologen, um auf verschiedenen Ebenen Stress zu bewältigen.

„Stress kann natürlich auch etwas Positives sein, etwa für einen 100-Meter-Sprinter in der Startposition, der diese Anspannung braucht“, beschreibt Dr. Regine Hochmair, Leiterin des Burnout-Programmes, die „gesunde Stress-Aktion“. Und wann schadet dann der Stress? „Die vollständige Erholungsphase muss garantiert sein, damit die Kräfte für die nächste Herausforderung gesammelt werden können. Burnout entsteht durch anhaltenden, nicht mehr zu bewältigenden Stress. Wichtig ist die Wahrnehmung der eigenen Grenzen und die Fähigkeit, auch Nein sagen zu dürfen“, erklärt die Ärztin. Im heutigen Berufsleben folgt häufig auf die Alarmphase, die den Körper mobilisiert, keine Handlungs- und schon gar keine Erholungsphase mehr.

Schwerpunkt Körperverhaltenstherapie

Es kommen derzeit in Pirawarth vor allem zwei Verfahren zum Einsatz: Radix und Funktionelle Analyse, die in Österreich nur in Pirawarth stationär angewendet werden. Radix ist eine körperorientierte Psychotherapie, die im Gegensatz zur üblichen Psychotherapie mit direktem Körperkontakt, Atemübungen und Atemanleitungen arbeitet. Die Funktionelle Analyse dient vor allem der Tiefenentspannung. Die Klienten werden ermutigt, unbewusste Handlungsimpulse wahrzunehmen und ihnen zu folgen, sich beispielsweise aus einer üblicherweise gebeugten Haltung aufzurichten und zu spüren, was einen hindert, sich aufrecht zu präsentieren.

In der Körperverhaltenstherapie werden die Potenziale und Defizite des Körpers in Zusammenhang mit der seelischen Befindlichkeit gebracht. Dieser Fokus bietet speziell für Menschen im Dauerstress die Möglichkeit, sowohl ein positives Selbstverständnis und Selbstvertrauen als auch freudvolle Verhaltensweisen zu entwickeln.

Unterstützende Heilquellen

Neben dem genau auf den Patienten abgestimmten Pirafit-Programm werden ergänzende Anwendung wie Watsu, Ayurveda oder Öldispersionsbäder angeboten. Einen weiteren Schwerpunkt bieten ein vielseitiges Bewegungsprogramm und Schwimmen im eigenen Hallenbad. Mit dem Kurhotel in unmittelbarer Verbindung steht das Clinicum Pirawarth, das Rehabilitation nach Schlaganfall sowie neurologische und orthopädische Revitalisierung anbietet.

Das Programm des Kurhotels bereichern zwei hauseigene Heilquellen. Das heiße Jod-Sole-Thermalwasser bewährt sich beispielsweise bei Hauterkrankungen. Die Kurbäder unterstützen zudem die Gewichtsreduktion durch ihre spezifische Zusammensetzung. Das Pirawarther Heiltrinkwasser ist seit 1376 bekannt und heute ein wissenschaftlich anerkanntes Heilmittel gegen Sekretionsanomalien des Magens und entzündliche Erkrankungen des Magen-Darmtraktes. Da beim Abnehmen die geänderte Magensäurekonzentration oft gastrointestinale Beschwerden verursacht, ist das Heiltrinkwasser eine sinnvolle Ergänzung bei diversen Diätmaßnahmen.

Schon eine Woche Kuraufenthalt gibt dem Patienten entscheidende Impulse zur Bewältigung von negativem Stress. In Zusammenarbeit mit derzeit 40 Kooperationspartnern, darunter niedergelassene Ärzte, Therapeuten, Institutionen wie die Niederösterreichische Ärztekammer und Apothekerkammer und das Institut für Burnout und Stressmanagement, sollen Nachbetreuungangebote eine anhaltende Wirkung erzielen.

 

 Weitere Infos: Kurhotel Bad Pirawart

www.kurhotel-pirawarth.at

Von Dr. Gerta Niebauer, Ärzte Woche 21 /2010

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